Bilder ziehen aus : Nach fünf Jahren ein Neuanfang

Rainer Trunk bei der Eröffnung seiner letzten Galeerieausstellung.
Rainer Trunk bei der Eröffnung seiner letzten Galeerieausstellung.

Rainer Trunk schließt jetzt seine Galerie im Bild in der Turmstraße.

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11. Juli 2018, 12:00 Uhr

Nach fünf Jahren schließt der bildende Künstler und Liedermacher Rainer Trunk jetzt seine Galerie im Bild in der Turmstraße. Die letzte Exposition ist eine Werkschau, in der der Künstler sein Schaffen aus den letzten 30 Jahren reflektiert. Redakteurin Barbara Haak sprach mit Rainer Trunk, der in Räbel bei Werben lebt und auch dem Rheingebiet stammt.

Sie schließen die Galerie. Warum dieser Schritt?

Rainer Trunk: Ich habe hier in Wittenberge die Galerie installiert, weil ich Lust auf Kunst und Kultur habe, andere damit anstecken möchte. Aber es war bzw. ist ernüchternd, wenn man über die Jahre mit seinen recht breit gefächerten Angeboten einschließlich der Veranstaltungen einfach zu wenige Leute erreicht. Das hat auch finanzielle Konsequenzen. Die Galerie kann unter dem Strich auf die Dauer kein Zuschussbetrieb sein – bei aller Liebe zu Kunst und Kultur und bei allem privaten Interesse.

Ist die Schließung gleichbedeutend mit Ihrem Weggang aus Wittenberge?

Nein. Ich werde weiterhin in der Montessori-Schule hier in Wittenberge tätig sein, mich einer neuen reizvollen Aufgabe widmen.

Worum handelt es sich?

Ich hatte das Glück, vor wenigen Tagen bei Arno Stern in Paris einen Lehrgang belegen zu können. Stern gilt als Erfinder und Gründer des Malorts bzw. -spiels, der die Kreativität von Kindern fördert. An allen Schulen, an denen ich als Kunstlehrer unterrichte, möchte ich Malorte nach Stern aufbauen und betreuen, also auch an der Montessori-Schule hier in der Stadt. Außerdem an einer Schule in Kamern, Sachsen-Anhalt, die jetzt in freier Trägerschaft gegründet wird. Und ich hoffe, dass ich hier in der Stadt, beispielsweise im Malort, selbst weiterhin künstlerisch tätig sein kann.

Ist Wittenberge für Galerien ein schwieriger Ort?

Das kann ich nicht global beantworten. Bezogen auf die Galerie im Bild muss ich sagen, ja, es gibt einen Stamm von Leuten, die sich interessieren, die regelmäßig hier waren, um Kunst- und Kulturangebote verschiedener Art zu genießen. Aber der Stamm ist klein, hat sich mit den Jahren auch nicht wesentlich vergrößert. An die 50 Veranstaltungen habe ich in fünf Jahren Galerie organisiert: Ausstellungen, Liederabende, Lesungen mit Diskussionsrunden. Nebenbei gesagt, hätte ich mich gefreut, wenn ich in einer dieser Veranstaltungen zum Beispiel auch mal den Bürgermeister kennengelernt hätte.

Ich vermute mittlerweile, das muss ich zum Abschluss noch sagen, dass es Leute, die nicht aus der Region kommen, schwerer haben, sich hier zu etablieren.

Wir danken für das Gespräch.

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