Schlingpflanzen ziehen 26-Jährigen in den Tod

In dem auf dem Foto erkennbaren Bereich des Sees verschwand der Perleberger.
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In dem auf dem Foto erkennbaren Bereich des Sees verschwand der Perleberger.

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07. Juli 2013, 11:11 Uhr

Perleberg | Mit einer Tragödie endete am Sonnabend für einen 26-jährigen Perleberger und seine Begleiter ein Ausflug an den hoteleigenen Badesee der Ferienanlage Hennigs Hof. Augenscheinlich ist der junge Mann bei dem Versuch, einen Ball aus dem Wasser zu holen, ertrunken. Polizeitaucher konnten den Verunglückten gestern Nachmittag nur noch tot aus dem Wasser ziehen.

Es ist Samstag kurz nach 16 Uhr. Am Strand des von Ferienhäusern umgebenen Badeteichs spielt eine Gruppe Ball. Der Ball fällt ins Wasser. Ein junger Mann läuft ihm hinterher, springt ins Wasser, will ihn ’raus holen.

Was sich dann ereignet, schildern Augenzeugen so:

Der Ball entgleitet dem Mann, er schwimmt immer weiter in den mit Schlingpflanzen bewachsenen Bereich des Teichs. Sein Bein verheddern sich in den Pflanzen. Sie lassen ihn nicht mehr los. Der 26-Jährige geht unter, kommt nicht mehr hoch. Ein zweiter Badegast will ihm zur Hilfe eilen, er findet den Untergegangenen nicht mehr. Stattdessen verheddert auch er sich in Schlingpflanzen und muss mit einem Schlauchboot gerettet werden.

Feuerwehren werden alarmiert. Kameraden aus Perleberg kommen, wenig später Wittenberger mit ihrem Schlauchboot. Sie beginnen, den See, der bis auf wenige Stellen nicht sehr tief ist, abzusuchen. Ohne Erfolg.

Augenzeugen berichten, dass Strandgäste eine Menschenketten bilden, das Gewässer, wo es möglich ist, abschreiten. Der 26-Jährige bleibt verschwunden. Die Polizei setzt zur Suche des Mannes einen Rettungshubschrauber und Diensthunde ein. Taucher der Feuerwehr suchten den Bereich des Sees ab, wo der Verunglückte verschwand.

Gestern geht die Suche mit Polizeihubschrauber und Taucher der Technischen Einsatzeinheit aus der Fachdirektion Besondere Dienste weiter. Gegen 15.30 Uhr finden sie den Toten in einem stark verkrauteten Bereich des Sees und bergen ihn. Nach ersten Erkenntnissen, so die Polizei, ist davon auszugehen, dass er sich in den Pflanzen verfangen hatte und nicht mehr in der Lage war, sich zu retten.

"Es ist mir ein großes Rätsel, wie das passieren konnte", so Hotelmanager Christian Langer, der gestern ebenfalls vor Ort war. Das hoteleigene Gewässer wurde 2005 angelegt, nie sei etwas passiert. Es sei unvorstellbar, dass der See eine Gefahrenquelle darstellen könnte. "Außerdem lassen wir ihn regelmäßig kontrollieren", betont Langer.

Ein Notfallseelsorger betreute die am Badesee ausharrenden Angehörigen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

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