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Musical in der Wunderblutkirche : Schüler spielen Luthers Leben

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Elbtal-Grundschule Bad Wilsnack bringt Musical über den Reformator in die Wunderblutkirche – Schuljahresprojekt vor dem Abschluss

prignitzer.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Sie wirken klein im riesigen Kirchenschiff, ihre Bühnen im vergleich zur himmelstrebenden Gewölbedecke geradezu winzig. Und dennoch wollen sie am Freitag zur Generalprobe und der Aufführung ihres Stückes auch im letzten Winkel präsent sein, die Schüler der sechsten Klassen der Elbtal-Grundschule Bad Wilsnack. „Martin Luther – Das Musical“ begleitet sie schon seit Schuljahresbeginn durch verschiedene Fächer und die heute beginnende Projektwoche.

Am Sonnabend wurde erstmals in der Wunderblutkirche geprobt, wo auch das über ein ganzes Schuljahr laufende Projekt seinen krönenden Abschluss finden soll. Noch ohne Kostüme, aber textsicher, hatten sich fast 20 Schüler der sechsten Klassen zusammengefunden, um erstmals am künftigen Auftrittsort zu proben. Gleich zwei Luthers, der junge, der vom orientierungssuchenden Studenten über den Mönch zum Rebellen wider den Papst und die katholische Kirche wurde, und der reife Familienvater, der vor seinen Kindern und Studenten über die Lebensstationen reflektiert, treiben das Spiel voran. An die Akustik im riesigen Kirchenschiff, die besonderen Bedingungen für den Auf- und Abgang sowie die Gestaltung der Szenen mussten sich die Mädchen und Jungen dabei erst Stück für Stück gewöhnen.

Die Texte jedenfalls klappten, so konnte am Ausdruck und dem gemeinsamen Agieren gefeilt werden. Schlüsselszenen aus dem Leben, wie das abgebrochene Jurastudium und die Suche nach einem Lebenssinn, die Rettung aus dem Gewitter und der Gott versprochene Eintritt ins Kloster zogen vorbei.

Mehr Konsequenz bei der Gestaltung der Personen und gelegentlich mehr Selbstbewusstsein mahnte Religionslehrerin Karina Eckert an, die die Probe leitete und seit Schuljahresbeginn das Gesamtprojekt koordiniert.

Durch die Konfrontation mit dem Ablasshändler Johannes Tetzel und damit mit dem Papst und seinen Vertretern sowie dem Thesenanschlag von Wittenberg nahmen Dramatik und Intensität des Spiels spürbar zu. Sprechszenen wechselten mit Liedern ab, darunter Luthers Hymne des Protestantismus und der Reformation „Ein feste Burg ist unser Gott“ und das Lied „Von Himmel hoch, da komm ich her“, welches dem Reformator und seiner Frau Trost spendete nach dem frühen Tod zweier Kinder. Überhaupt spielt Katharina von Bora, Luthers Frau, eine wichtige Rolle in diesem Stück.

Unterstützung hatte sich die Grundschule für das Musical beim evangelischen Kinderchor der Wunderblutkirche und deren Förderverein geholt, der mit Technik, Kostümen und anderem hilft.

„Die Sechstklässler haben sich seit dem Herbst in Deutsch, Geschichte, Religion und Lebenskunde mit Themen wie Mittelalter, Reformation und Luther beschäftigt“ erläuterte Karina Eckert. „In Sachkunde ging es um die Wunderblutkirche, die einige Schüler schon als Auftrittsort des Weihnachtssingens kennen.“ Auch ein Besuch in Wittenberg mit Besichtigung historischer Orte aus Luthers Leben und der Reformation begleiteten die Arbeit am Musical.

Ab heute werden die Proben im Rahmen der Projektwoche weitergeführt, den Auftritten der letzte Schliff gegeben. Am Freitag wird dann vormittags bei der Generalprobe den anderen Grundschülern gezeigt, womit sich die sechsten Klassen seit Monaten befassten und wie das mit Luther und der Reformation war. Am Freitag Abend folgt die öffentliche Aufführung in der Wunderblutkirche.  

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