Zweiter Karrieretag in der Prignitz : Unmut über zweiten Karrieretag

Informierten sich im vergangenen Jahr über Ausbildungsmöglichkeiten: Lennart Reese und sein Vater.
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Informierten sich im vergangenen Jahr über Ausbildungsmöglichkeiten: Lennart Reese und sein Vater.

Veranstalter planten offenbar parallel / Oberstufenzentrum sieht keinen passenden Veranstaltungsort in Pritzwalk

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12. Januar 2018, 21:00 Uhr

Erstmals wird es in diesem Jahr zwei Karrieretage zur beruflichen Orientierung für Schüler geben. Neben dem bekannten am Oberstufenzentrum Wittenberge (OSZ) am 17. Februar findet das Angebot erstmals in Pritzwalk statt. IHK und Kreishandwerkerschaft laden für den 27. Januar dazu ein.

Absprache und Organisation der Karrieretage haben für Verstimmungen unter den Beteiligten gesorgt. „Der Karrieretag war als Idee für den gesamten Kreis gedacht und es kann nicht sein, dass er ausschließlich in Wittenberge stattfindet“, sagt Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

Schon für 2017 habe man die Tuchfabrik in Pritzwalk als Veranstaltungsort vorgeschlagen. Doch darauf seien weder das OSZ als Veranstalter noch die Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW) als Partner eingegangen. „Als Grund wurde uns die Bildungsgesellschaft Pritzwalk genannt, aber das können wir nicht nachvollziehen, schließlich ist sie prinzipiell kein anderer Träger als das BBZ in Wittenberge“, meint Gmirek.

Die Innungen hätten ebenfalls Pritzwalk als Veranstaltungsort gefordert. „Wir haben schon mehr als 50 Aussteller, manche von ihnen waren bisher nicht nach Wittenberge gekommen“, so Kreishandwerksmeister Heiko Wegner. Andere Firmen nehmen die lange Fahrt bereitwillig auf sich, ein Beispiel sei der Heizungsbauer Heinz Sieling aus Lenzen.

„Der Zuspruch zeigt uns ganz klar, das wir eine richtige Entscheidung getroffen haben“, meint Kirsten Gmirek. So komme man auch den Eltern im Pritzwalker Raum entgegen, biete ihnen kurze Wege. Dass die Entscheidung für Unmut gesorgt hätte, könnten Gmirek und Wegner nicht verstehen. „Erstens müssen wir niemanden um Erlaubnis fragen, zweitens haben wir doch alle das gleiche Ziel: Jugendlichen Ausbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, sagt Gmirek.

Ja, über Pritzwalk habe man gesprochen, bestätigt OSZ-Schulleiter Jan Meyerhoff. „Wir haben uns auch die Tuchfabrik angeschaut, aber deren Räumlichkeiten sind aus Gründen der Versicherung für diese Veranstaltung nicht geeignet“, sagt er. Das Nein zur Bildungsgesellschaft als Austragungsort habe nichts mit deren Angeboten zu tun: „Wir werden als öffentliche Schule keine Veranstaltung in einem privaten Bildungsträger machen“, stellt Meyerhoff klar. Gleiches gelte für das BBZ, welches dafür nie im Gespräch gewesen sei.

Der Karrieretag am OSZ sei keine Veranstaltung der Kammern. „Wir haben ihn mit unserem Tag der offenen Tür verknüpft“, sagt Abteilungsleiterin Astrid Dahse. Dadurch sollte das Informationsangebot erweitert werden, insbesondere duale Ausbildungen berücksichtigen. „Dann haben wir IHK, Handwerkskammer, Jobcenter und Arbeitsagentur mit ins Boot geholt“, so Dahse.

Am Veranstaltungsort Wittenberge wollte man festhalten. „Gemeinsam mit allen Partnern haben wir uns darauf verständigt und den vierten Karrieretag für den 17. Februar geplant“, sagt Corina Sixt-Röppnack, die den Tag für das Netzwerk Schule-Wirtschaft organisiert. Selbst Details wie Anzahl der Plakate und Verteilung der Räume seien besprochen worden. Um so überraschender habe man zwei Tage später die Information zur Kenntnis genommen, dass es in Pritzwalk einen Karrieretag geben wird.

„Verlässlichkeit sieht anders aus“, sagt Lutz Lange als Vorsitzender der WIW. Man stehe doch nicht im Wettbewerb miteinander. Vielmehr verfolge man gemeinsame Ziele wie den Erhalt von Ausbildungsklassen am OSZ, deren Wegfall gerade Handwerksbetriebe besonders schwer treffen würde. „Zu diesem Thema wünschen wir uns mehr Unterstützung durch die Kreishandwerkerschaft und Kirsten Gmirek, die wir bei den jüngsten Gesprächen mit Ministerien zu diesem Thema vermisst haben“, sagt Lutz Lange.

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