Rostock : Jüdische Gemeinde gedenkt der Anschlagsopfer in Halle

Vor der Synagoge in der Augustenstraße spricht Juri Rosov, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Rostock, zu den etwa 50 Teilnehmern der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Anschläg in Halle. Einige haben Kerzen angezündet oder weiße Rosen abgelegt.
Vor der Synagoge in der Augustenstraße spricht Juri Rosov, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Rostock, zu den etwa 50 Teilnehmern der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Anschläg in Halle. Einige haben Kerzen angezündet oder weiße Rosen abgelegt.

Rund 50 Menschen haben am Mittwochabend vor der Synagoge ihre Anteilnahme zu den Vorfällen in Sachsen-Anhalt gezeigt.

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09. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Rostock | Etwa 50 Menschen sind am Mittwochabend vor der Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Rostock zusammengekommen. In der Dämmerung zünden sie Kerzen an und stellen sie vor die Tür des Gebäudes in der Augustenstraße. Die Stimmung ist gedämpft, aber keinesfalls resigniert.

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"Wir müssen weitermachen. Beten, tanzen, leben", sagt Gemeindevorsteher Juri Rosov. Hintergrund waren die Vorfälle in Halle am Jom Kippur, dem höchsten Festtag im Judentum. Ein Attentäter soll nahe der Synagoge in der Stadt in Sachsen-Anhalt Schüsse aus einer Maschinenpistole abgefeuert haben. Zwei Menschen starben.

Vor der Synagoge in der Augustenstraße stellen Menschen Kerzen ab, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Einer Schweigeminute folgte eine etwa viertelstündige Gedenkveranstaltung.
Katrin Zimmer
Vor der Synagoge in der Augustenstraße stellen Menschen Kerzen ab, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Einer Schweigeminute folgte eine etwa viertelstündige Gedenkveranstaltung.

Synagoge wird abgesichert

Es sei eine sehr lebendige Gemeinde in Halle. Er kenne den Vorsteher Max Privorozki sehr gut und sei oft dort gewesen, erklärt Rosov. Für ihn sei es der absolut richtige Weg, dass der Gottesdienst nicht abgebrochen wurde. Auch in Rostock hatten die Juden wie gewohnt gebetet.

Zur Sicherheit der Gemeindemitglieder hatten Polizei und der Sicherheitsdienst ABS das Gebäude ab dem Nachmittag gesichert. Letzterer hat bereits vor Jahren eine elektronische Überwachungsanlage an der Synagoge angebracht, erklärt ABS-Chef Jörg Hübner.

Er finde keine Worte, für das, was passiert sei, so Imam-Jonas Dogesch, Mitglied des Rostocker Migrantenrats. "Mit Hass – egal welcher Art – verletzt man jeden von uns", sagt er. Um die Jüdische Gemeinde in Rostock gab es bis zum Abend keine weiteren Vorfälle. Auch die Jüdischen Kulturtage werden wie geplant stattfinden, teilte Gemeindevorsteher Rosov mit. Sie werden vom 16. Oktober bis 6. November in der Hansestadt begangen.

Mehr dazu: Jüdisches Lebensgefühl begeistert Kulturszene

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