Rostock : Hausbaumhaus muss renoviert werden

Efeu hat auf der Putzfassade seine Spuren hinterlassen. Mit Entfernen der Berankung können die Fassade und die Fenster neu gestrichen werden, erklärt Architektin Schacht. Bis Ende November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.
Efeu hat auf der Putzfassade seine Spuren hinterlassen. Mit Entfernen der Berankung können die Fassade und die Fenster neu gestrichen werden, erklärt Architektin Schacht. Bis Ende November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Feuchtigkeit im Mauerwerk hat Steine der Fassade zerstört. Kaufmannshaus von 1490 bleibt wohl bis November verhüllt.

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12. September 2019, 12:08 Uhr

Rostock | Das Hausbaumhaus in der Wokrenter Straße in Rostock muss aufwändig renoviert werden. Das teilt der Eigenbetrieb für Kommunale Objektbewirtschaftung und Entwicklung (KOE) mit. Feuchtigkeit im Mauerwerk hatte einige Steine der Fassade zerstört. Wohl bis November wird das Kaufmannshaus aus dem Baujahr 1490 verhüllt bleiben.

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"Das Hausbaumhaus wird eingerüstet und das Ziegelmauerwerk auf Schäden untersucht. Nach der Bestandsaufnahme werden die entsprechenden Fassadenelemente ausgetauscht und das Mauerwerk in Teilen neu verfugt", erklärt KOE-Chefin Sigrid Hecht. Zudem werde der äußere Treppenzugang zum Keller vollständig saniert und die äußeren Sprossenfenster überarbeitet.

Klosterformatsteine werden ersetzt

In den vergangenen Jahrzehnten hat es immer wieder kleinere Ausbesserungsarbeiten an der Fassade gegeben. Doch: "Hierbei wurden nicht immer die geeignetsten Materialien verwendet. Indem zum Beispiel falsche Fugenmasse benutzt wurde, konnte Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen, die letztlich die Steine platzen lässt", erklärt Architektin Renate Schacht. Für den Ersatz habe der KOE eine Firma gefunden, die noch ausreichend Klosterformatsteine vorliegen hat, sodass keine nachgebrannt werden müssen, ergänzt Sigrid Hecht.

Die Sanierung erfolgt in zwei Bauabschnitten. "Der zweite betrifft die Kemlade. Efeu hat auf der Putzfassade seine Spuren hinterlassen. Mit Entfernen der Berankung können die Fassade und die Fenster neu gestrichen werden", sagt Architektin Schacht. Bis Ende November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Geschichte des Hausbaumhauses

Das Gebäude verdankt seinen Namen einem mächtigen Eichenstamm, der im Kellergeschoss auf Granitfindlingen ruht und als tragende Säule die Holzbalkendecke im Erdgeschoss stützt. Das Gebäude wurde in der Zeit der Hanse als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Umfangreiche Umbauten um 17. und 18. Jahrhundert ließen es letztlich zum reinen Wohnhaus werden – bis 1979. Anschließend folgte die Rekonstruktion des ehemaligen Kaufmannshauses. 1983 wurde es als Haus der Architekten wiederöffnet. 2002 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Hausbaumhaus, das ab dann für Besichtigungen und Veranstaltungen geöffnet wurde. Seit 2013 ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock, vertreten durch den KOE, für das Gebäude verantwortlich.

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