Ziolkowskistraße in Rostock : Stolperstraße soll bald saniert werden

Über die Fahrbahn und Wege in der Ziolkowskistraße zu kommen, ist keine einfache Sache.
Über die Fahrbahn und Wege in der Ziolkowskistraße zu kommen, ist keine einfache Sache.

Seit gut 15 Jahren ist die Straße Thema im Ortsbeirat. Nun soll sich etwas ändern.

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26. Mai 2020, 05:00 Uhr

Rostock | Schlaglöcher in der Fahrbahn und lose Steine auf den Gehwegen - die Ziolkowskistraße in der Rostocker Südstadt hat ihre besten Zeiten hinter sich. Bisherige Planungen der Stadtverwaltung sahen eine Erneuerung nicht vor 2024 vor. Thematisiert wird der mangelhafte Zustand der Straße bereits seit gut 15 Jahren im zuständigen Ortsbeirat der Südstadt, sagte die Vorsitzende Kristin Schröder (Linke). Jetzt scheinen sich die Südstädter wieder neue Hoffnungen machen zu können. Denn die Bauarbeiten an der Straße sollen nun schon 2022 starten, teilte Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne) Mitte Mai auf Anfrage mit. Währenddessen ist die Idee für ein Quartierparkhaus an dieser Stelle vorerst vom Tisch.

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Erneuerung nun für 2022 geplant

Laut Matthäus ist die Vorplanung für die Sanierung der Ziolkowskistraße bereits abgeschlossen. Derzeit liefe die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, 2021 solle die Ausführungsplanung erfolgen. So sei nach gegenwärtigem Stand mit einem Baustart im Frühjahr 2022 zu rechnen. "Im Stadthaushalt sind die Kosten bis 2023 dargestellt, die genaue Höhe ist aber nicht vorhersagbar".

In den vergangen Jahren wurden die Schlaglöcher auf der Fahrbahn nur notdürftig repariert.
Aline Farbacher
In den vergangen Jahren wurden die Schlaglöcher auf der Fahrbahn nur notdürftig repariert.


Erneuert werden die Fahrbahn und die Fußgängerwege. Auch nach der Sanierung soll die Straße eine 30er Zone sein, Berliner Kissen den Verkehr zusätzlich ausbremsen, verriet Schröder. "Ich bin total glücklich, dass es endlich losgeht".

Bereits vor der Sanierung werden in der Ziolkowskistraße an mehreren Stellen die Bagger rollen. "Wir hoffen, dass der Wohnungsbau bis Baubeginn abgeschlossen ist", so Matthäus. Insgesamt auf fünf Baufeldern planen unter anderem die Wohnungsunternehmen Wiro und Schiffahrt-Hafen neue Häuser zu errichten.

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Autos sollten in Parkhaus verschwinden

Um Autos von der Straße zu bekommen und einen Fahrradstreifen möglich zu machen, hatte Schröder die Errichtung eines Quartierparkhauses auf der städtischen Grünfläche in der Ziolkowskistraße/Kurt-Tucholsky-Straße vorgeschlagen.

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Eine erste Prüfung der Rostocker Stadtverwaltung gab dieser Idee jedoch vorerst einen Dämpfer. "Die durch alle erst in Augenschein genommene städtische Fläche Ziolkowskistraße/Kurt-Tucholsky-Straße kommt nicht infrage", teilte Matthäus mit.

Das Wunsch-Grundstück des Ortsbeirates Südstadt zwischen Ziolkowskistraße und Kurt-Tucholsky-Straße, kommt nach Prüfung der Stadtverwaltung als Standort für ein Quartierparkhaus nicht infrage.
Aline Farbacher
Das Wunsch-Grundstück des Ortsbeirates Südstadt zwischen Ziolkowskistraße und Kurt-Tucholsky-Straße, kommt nach Prüfung der Stadtverwaltung als Standort für ein Quartierparkhaus nicht infrage.


Denn dort plant die Wiro die Errichtung eines öffentlichen Parkplatzes. Diese Maßnahme soll kompensieren, dass durch ein Bauvorhaben der Wohnungsgenossenschaft zwischen den Hochhäusern in der Ziolkowskistraße Nummer 9 und Nummer 10 Stellflächen wegfallen, bestätigte Unternehmenssprecher Carsten Klehn.

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Mit einem Parkhaus hätte die Fläche, deren Versiegelung bereits beschlossen scheint, jedoch effizienter genutzt werden können, so Schröder. Sie ist sich sicher: "Es gibt keinen anderen Platz für ein Parkhaus".

Idee noch nicht vom Tisch

Dennoch scheint die Stadtverwaltung, die Idee noch nicht gänzlich aufgegeben zu haben. Denn Matthäus versicherte: "Für das Quartiersparkhaus hat die Stadtverwaltung nun eine Prüfung zur Flächenfindung eingeleitet". Auch Schröder hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Ich bin optimistisch und hoffe, dass wir einen guten Kompromiss finden".

Kommentar von Aline Farbacher

Stadt muss Wort halten

Endlich kommt Schwung in die Planungen rund um die Ziolkowskistraße in der Rostocker Südstadt. Es ist erfreulich, dass die Stadtverwaltung die lang geplante Sanierung vor 2024 angehen will. Denn die viel befahrene Anwohnerstraße stellt mit ihren Schlaglöchern und losen Steinen eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar. Nun muss die Stadt aber auch Wort halten und zusehen, dass sich die Sanierung nicht nochmal verschiebt. Voraussetzung herfür ist jedoch eine gute Kommunikation mit den Wohnungsunternehmen, die dort gedenken zu bauen. Denn ein gleichzeitiger Start aller Bauvorhaben könnte verhindern, dass die Anwohner noch viele weitere Jahre auf holprigen Wegen zu ihren Häusern gelangen.


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