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Stadtentwicklung : Rostock zeigt sich jetzt mit Doppeltitel

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Schilder erhalten Zusatz Hanse- und Universitätsstadt

prignitzer.de von
erstellt am 06.Dez.2017 | 20:45 Uhr

Rostock heißt künftig nicht mehr Hansestadt, sondern Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Im Beisein von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), Uni-Rektor Professor Wolfgang Schareck und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) ist am Mittwoch das erste Ortseingangsschild mit der neuen Aufschrift in der Rövershäger Chaussee montiert worden. Bis Jahresende sollen die restlichen 71 Schilder an den Stadtgrenzen folgen, so dass bis zum 1. Januar, dem Beginn der Doppeljubiläumsjahre 2018 und 2019, an sämtlichen Zufahrtsstraßen Rostocks die Verbundenheit zwischen Stadt und Universität für alle sichtbar sein soll. Denn, so Methling, der Hafen und die Universität waren und sind die beiden wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Wachsen und Werden der Stadt.

Die 90 mal 60 Zentimeter großen Schilder werden bis Ende des Jahres ausgetauscht und etwa ein- bis zweimal pro Jahr gesäubert. Die vier Ortsschilder an der Autobahn messen 12,6 mal 9 Meter, das entspricht der Schildergröße 3. Deren Einteilung richtet sich nach der Geschwindigkeit.

„Im Januar 2016 hat die Bürgerschaft den Namenszusatz beschlossen, im Februar wurde der Antrag beim Innenministerium gestellt und im März 2016 kam die Bestätigung. Das hat Maßstäbe gesetzt“, umriss der Oberbürgermeister den zeitlichen Rahmen. Die Idee für den Namenszusatz hingegen stammt von anderer Seite. „Die Anregung kommt aus der Uni, wir sind damit an die Stadt herangetreten“, sagte der Uni-Rektor und fügt hinzu: „Wir haben viele Jahre darauf gewartet, das ist eine große Freude für die Universität.“ Die Verbundenheit der Hochschule zur Stadt zeige sich laut Schareck im Namen ohne weiteren Zusatz.

Zwischen 50 000 und 60 000 Euro investiert Rostock in die neuen Schilder sowie unter anderem Siegel und Stempel der Hansestadt. Denn auch sie sollen künftig mit dem Namenszusatz versehen werden. Nach Greifswald ist Rostock die zweite Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die den Doppeltitel trägt – die einzige allerdings in dieser Reihenfolge, denn Greifswald nennt sich offiziell den Namen Universitäts- und Hansestadt.

Die Schilder, die etwa seit Anfang der 1990er-Jahre an den Ortsein- und -ausgängen der Hansestadt sowie der Ortsteile wie Warnemünde, Hinrichshagen oder Dietrichshagen stehen, sollten eigentlich nach dem Austausch entsorgt werden, aber: „Es gibt schon Anfragen wegen der alten Schilder“, weiß Kerstin Vetter vom zuständigen Amt für Verkehrsanlagen. Daher werden die ausgedienten Exemplare – eins soll das Archiv erhalten – wohl an Liebhaber wie beispielsweise Institutionen oder Privatpersonen gehen. „Das Problem ist nur, dass wir nicht so viele Schilder mit der Aufschrift Hansestadt Rostock haben“, erklärt Vetter. Auf den meisten seien auch die Namen der einzelnen Ortsteile zu lesen.

Etwas später sollen die vier großen Schilder an der Autobahn beim Überseehafen und beim West-Zubringer ausgetauscht werden. „Sie sind bestellt und sollen noch dieses Jahr geliefert werden. Diese werden dann von der Autobahnmeisterei Kavelstorf montiert“, so Vetter.

Das ändert sich

Nicht nur die rund 70 Ortsein- und -ausgangsschilder Rostocks sollen ab 1. Januar 2018 den Doppeltitel Hanse- und Universitätsstadt tragen, sondern auch sämtliche Siegel und Stempel werden erneuert. Zudem wird der Name auf den Briefen und Formularen der Stadt zu lesen und sehen sein, ebenso wie das Jubiläumslogo, das den Briefkopf ergänzen wird. Bescheide oder sonstige rechtswirksame Verwaltungsakte seien aber auch nach dem 1. Januar 2018 gültig, wenn dort noch die Bezeichnung Hansestadt Rostock steht, heißt es aus der Verwaltung. Sukzessive werden zudem die Beschriftungen der Gebäude der Stadtverwaltung aktualisiert.

Kommentar von Antje Kindler: Nikolausgeschenk für Uni und Stadt
Es heißt zwar, dass Titel Schall und Rauch seien, aber mit dem Namenszusatz Hanse- und Universitätsstadt würdigt Rostock nicht nur die Hochschule, sondern hat sich selbst auch gleich ein Nikolausgeschenk gemacht. Die Uni ist unbestritten Wissenschafts- und Wirtschaftsfaktor. Durch die Forschung wird dazu beigetragen, den Namen Rostocks international ins Gespräch zu bringen und bekannt zu machen. Und mit ihrer knapp 600 Jahre langen Tradition hat sich die Alma Mater diese Anerkennung auch redlich verdient. Klar, ein neuer Name verursacht auch Aufwand und Kosten, aber in diesem Fall sind die rund 60 000 Euro gut investiert. Denn mehr Geld für weniger Gehaltvolles ausgeben, davon gibt es schon genug Beispiele.
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