Seehof : Kein Platz für rechtes Gedankengut

Bürgermeister Claus Wergin: „Braunes Gedankengut verbreitet sich wie ein Virus.“
Bürgermeister Claus Wergin: „Braunes Gedankengut verbreitet sich wie ein Virus.“

Bürgermeister richtet nach dem Terrorakt in Halle persönliche Worte an die Gemeinde

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12. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Mit einem emotionalen Appell eröffnete Bürgermeister Claus Wergin die Gemeindevertretersitzung in Seehof: „Die Ereignisse in Halle haben mich sehr bewegt.(...) Mir ist klar, dass es in jedem Gemeinwesen rechtsaffines Gedankengut gibt. Die Gemeinde Seehof sollte wissen, dass sie einen Bürgermeister hat, der jeder Art von Fremdenfeindlichen entschieden entgegentritt.“ Zuvor verteilte Wergin Handzettel in der Gemeinde, die Anwohner zu einem Bürgermeisterspaziergang einladen. Dabei hörte er an einem der Grundstücke bei einer Feier auch verfassungsfeindliche Rufe. Wergin war von 2010 bis 2012 Leiter der Koordinierungsstelle für Demokratie und Toleranz. Er weiß: „Braunes Gedankengut verbreitet sich wie ein Virus. Dafür gibt es hier keinen Platz.“ Dafür erhielt der Bürgermeister breite Zustimmung der Gemeindevertreter und der anwesenden Anwohner. Bei der anschließenden Gemeindevertretersitzung verwiesen die Kommunalpolitiker wichtige Themen an die Ausschüsse. Demnach werden die Gremien in den kommenden Wochen ein neues Wappen für die Gemeinde vorbereiten, Details zum Ankauf eines neuen Löschfahrzeugs ausarbeiten und eine neue Homepage erstellen.

Größte Anschaffung wird in den kommenden Jahren wohl das Löschfahrzeug sein. So ist aktuell geplant ein neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr zu kaufen. Die alte Gemeindevertretersitzung hat zwar bereits eine Förderung beim Landkreis angefragt, nun will die Gemeinde jedoch von einem sogenannten Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF10) auf die höhere Version, ein HLF 20, umsteigen. „Das neue Fahrzeug führt dreimal so viel Wasser wie unser heutiges Einsatzfahrzeug mit. Das brauchen wir angesichts der unzureichenden Löschwasserversorgung in der Gemeinde auch“, sagt Uwe Schulze, der neben dem Ehrenamt als Gemeindevertreter bei der Berufsfeuerwehr in Schwerin arbeitet. Die Kosten schätzt er auf rund 150 000 Euro. Zwei Drittel sollen als Förderung vom Land kommen. Einen endgültigen Entschluss wollten die Gemeindevertreter jedoch nicht fassen. Zu viele Fragen blieben offen. Manche Gemeindevertreter befürchteten, dass das größere Fahrzeug am Ende nicht in die Seehofer Wehr passe. Nun soll der Finanzausschuss alle Details klären und der Gemeindevertretung im Anschluss eine Empfehlung geben.

Ein mögliches Wappen für die Gemeinde Seehof stieß bei den Vertretern ebenfalls auf offene Ohren. Nun sollen Kosten und ein mögliches Motiv geklärt werden. Ein Ideenwettbewerb war zu dem Thema auch im Gespräch.

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