Abfischen am Sternberger Teich : Ab sofort sind’s Silvester-Karpfen

Schwerstarbeit: Fischer Andreas Frischke (2.v.r) hievt die Sechspfünder im Kescher in die auf der Ladefläche des Pickups stehende Tonne. Auch Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim (3.v.r.) half beim Karpfenabfischen tatkräftig mit.  Fotos: Roland Güttler
Schwerstarbeit: Fischer Andreas Frischke (2.v.r) hievt die Sechspfünder im Kescher in die auf der Ladefläche des Pickups stehende Tonne. Auch Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim (3.v.r.) half beim Karpfenabfischen tatkräftig mit. Fotos: Roland Güttler

Traditionelles öffentliches Abfischen bei Fischer Frischke an den Sternberger Fischteichen. Viele der Schaulustigen kamen erstmals.

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28. Oktober 2019, 12:00 Uhr

„In Monaten mit ,r‘ ist Karpfenverkauf – von September bis April“, sagt Kerstin Thede, die Partnerin von Fischer Andreas Frischke.

Und seit 1991 gibt es das öffentliche Abfischen. Immer am letzten Wochenende im Oktober lädt Fischer Frischke an die direkt an der Bundesstraße 104 gelegenen Fischteiche ein. So war es am Sonnabend wieder.

Weiterlesen: Karpfenernte in Sternberg

Andreas Frischke konnte sich erneut auf seine Helfer verlassen, so ist Jürgen Hedrich „seit zig Jahren schon dabei“. Tatkräftig mit angepackt hat diesmal auch Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim, selbst ein leidenschaftlicher Angler. „Ich bin gern dabei, habe andere Termine dafür verlegt oder an andere übergeben.“

Karpfen von Frischke – zu Silvester und Ostern

Bei herrlichem Spätherstwetter kamen am Sonnabend mehr Schaulustige als im Vorjahr. Nicht wenige davon erstmals. So Fritz Friedeberg aus Sternberg. „Ich hole meine Karpfen immer bei Frischke – zu Silvester und Ostern. Beim Abfischen war ich aber noch nie. Es ist so ein gutes Wetter und ich habe Besuch aus Dresden. Die sollen mal sehen, wo das Festessen herkommt.“

Der Borkower Fred Rohde war mit seinem ebenfalls Angel begeisterten Nachwuchs Leon (6) und Anna (3) gekommen. „Das ist was für Kinder!“ Und ob. „Ich habe schon einen Fisch angefasst!“, verkündet Leon, der am liebsten auch noch seine Nase in den auf dem Damm am Fischteich stehenden Bottich gesteckt hätte. Hier hinein kamen die von Helfern per Kescher aus dem Restwasser des abgelassenen Teichs geholten Karpfen. Anschließend wurden sie in einen anderen auf der Pickup-Ladefläche stehenden Bottich gehievt und für den Verkauf zu den Hälterbecken gebracht. „Wenn wir alle rausgeholt haben, müssten es 400 Karpfen sein“, so der Fischer.

Hilft Fischer Frischke seit Jahren beim Abfischen: Henry Barczewski aus Ruchow.
Hilft Fischer Frischke seit Jahren beim Abfischen: Henry Barczewski aus Ruchow.
 

Kerstin Thede machte derweil bei den Besuchern Reklame: „Der Laden auf dem Hof ist offen“, sagte sie zu Reinhard und Anna Kirsch aus Neu Poserin. Und dann verriet sie SVZ: „Viele sagen Frau Frischke zu mir. Doch ich heiße noch immer Thede. Aber ich gehe davon aus, dass wir das noch mal hinkriegen…“

Hintergrund: Über 100 Jahre: Sternberger Fischteiche

Die Sternberger Fischteiche an der B 104 haben bereits eine lange Historie. Der Teich , aus dem am Sonnabend die vierjährigen Silvester-Karpfen abgefischt wurden, „ist der älteste, den gab es schon zur Jahrhundertwende“, erläutert Fischwirtschaftsmeister Andreas Frischke. Gemeint ist in dem Fall als Datum das Jahr 1900!

1931 wurde an den Karpfenteichen eine Fischbrutanstalt aufgebaut. Und 1936 existierte hier die größte Hechtzuchtanstalt Deutschlands. Auch zu DDR-Zeiten war an dieser Stelle die Erzeugung von Satzfischen die vorrangige Aufgabe gewesen.

Zum 1. Januar 2003 übernahm Andreas Frischke die Sternberger Seenfischerei von seinem Vater Wilfried Frischke .

Der im Vorjahr verstorbene Vater war „gut 56 Jahre auf dem Hof. Mal sehen, ob ich es auch so lange schaffe“, sagt der Fischer.

Insgesamt gebe es „28 Teiche, aber nicht alle sind in Betrieb“, so Andreas Frischke. Da ringsherum keine Landwirtschaft betrieben wird, ist das Wasser der Oberen Seen ganz klar. Der Große Steinbach als einziger Abfluss speist die sieben Meter tiefer gelegenen Teiche.

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