Schweriner Umland : Ämter ziehen Lehren aus der Krise

Zutritt nur mit Termin: Die Ämter sind für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen.
Zutritt nur mit Termin: Die Ämter sind für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen.

Mitarbeiter der Verwaltungen nutzen umfangreich Heimarbeit / Arbeit mit Terminvergaben ist erfolgreich

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16. Juni 2020, 05:00 Uhr

Nummern ziehen, volle Wartezimmer, länge Gänge – dies dürfte vielen Bürgern im Schweriner Umland in den Sinn kommen, wenn sie an Amtstermine denken. Doch wie steht es um die Arbeit der Ämter in der Corona-Krise?

„Tatsächlich haben wir weder Kurzarbeit noch werden Bürger ohne Termin an unserer Tür abgewiesen. Ganz so drastisch ist es nicht“, sagt Maik Helterhoff, der leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Stralendorf. „Wir haben 35 Mitarbeiter, von denen etwa zwei Drittel die Arbeit zuhause abwickeln, telefonisch und per E-Mail für den Bürger erreichbar sind“, sagt er weiter. Anders sei die Kinderbetreuung ohnehin nicht zu regeln, da gut die Hälfte der Mitarbeiter Kinder unter zwölf Jahren hat, die nicht wie bisher in den Kitas untergebracht werden konnten.

Das Amt Stralendorf hatte bereits im Vorfeld der Pandemie ein umfangreiches Programm zum flexiblen Arbeiten geplant, das in der zweiten Jahreshälfte greifen sollte. „Von daher haben wir lediglich früher damit begonnen und beinahe ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, sagt Helterhoff.

Besonders jetzt, wo die Ämter für den Publikumsverkehr geschlossen sind und die Arbeit ausschließlich unter Terminvergabe stattfindet, lassen sich positive Auswirkungen erkennen. „Es geht wesentlich geordneter zu auf den Gängen, so viel ist sicher“, sagt Helterhoff. Er kann sich gut vorstellen, auch in Zukunft mehr auf Terminvergabe zu setzen.

Ganz ähnlich sieht es im Amt Ludwigsluster Land aus. „Im Vorfeld der Pandemie hat sich das Prinzip Terminvergabe bereits mehr als bewährt. Wir waren jetzt lediglich gezwungen, es wesentlich restriktiver umzusetzen“, sagt Wolfgang Utecht, leitender Verwaltungsbeamter dort. Auch im Ludwigsluster Land ist das Angebot der Arbeit in den eigenen vier Wänden eine beliebte Alternative. Immerhin sechs der 30 Mitarbeiter nutzten zu Corona-Hochzeiten die Heimarbeit, insgesamt wären sogar acht Mitarbeiter erlaubt gewesen. „Aber diese Regelung ist nicht neu. Möglich war das auch schon im Vorfeld der Corona-Krise“, sagt Utecht.

Auch im Amt Crivitz war die Umstellung auf mobiles Arbeiten bereits in Planung, gewann durch die Pandemie jedoch deutlich an Attraktivität. „Vor Corona waren es rund 30 Beschäftigte, die tageweise oder stundenweise Homeoffice gemacht haben. In Zeiten von Corona haben fast alle im Homeoffice gearbeitet“, sagt die Amtsvorsteherin Heike Isbarn. Jedoch ergänzt sie, dass ein Amt nicht vollständig ohne die Präsenz der Beamten auskomme und sich so die Zahl der Kollegen in der Verwaltung wieder erhöht habe. Entscheidend für die erfolgreiche Einbindung der Heimarbeit in die Strukturen des Amtes war jedoch, dass auch hier im Vorfeld die Planung weit vorangeschritten war. „Die Digitalisierung im Amt war zum Glück bereits so weit fortgeschritten, das Homeoffice in der Krise möglich war“, sagt sie.

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