Schwerin : Als Hundeführerin nach Gorleben

Jeden Tag und überall auf der Welt sorgen Fachkräfte für Schutz und Sicherheit des Alltags dafür, dass sich Menschen sicherer fühlen. Josephine Fetsch will in spätestens zwei Jahren zu ihnen gehören.
Jeden Tag und überall auf der Welt sorgen Fachkräfte für Schutz und Sicherheit des Alltags dafür, dass sich Menschen sicherer fühlen. Josephine Fetsch will in spätestens zwei Jahren zu ihnen gehören.

Nicht nur etwas für harte Kerle - Josephine Fetsch wird in Schwerin Fachkraft für Schutz und Sicherheit

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11. Juli 2018, 16:00 Uhr

Jährlich werden in Deutschland 150 000 Wohnungseinbrüche verzeichnet, bei denen privates Eigentum beschädigt und Wertgegenstände gestohlen werden. Firmen sind ebenfalls Anlaufadressen für Langfinger. Unternehmer, Hauseigentümer und Bewohner setzen deshalb nicht mehr nur auf technische Anlagen, um ihr Bedürfnis nach Sicherheit zu erfüllen, sondern auf Fachkräfte aus der Security-Branche. So, wie Josephine Fetsch. Die gebürtige Leussowerin lernt im ersten Lehrjahr bei der Securitas GmbH Sicherheitsdienste in der Werkstraße Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Dafür hat die 20-Jährige ihren Beruf mit abgeschlossener Lehre als Bankkauffrau an den Nagel gehängt. „Das hat mir nicht gefallen, immer nur am Schreibtisch zu sitzen“, erinnert sich die junge Frau. Diese Ausbildung gibt es seit 2002. Der überwiegende Teil derjenigen, die ausgelernt haben, geht in den Werkschutz, Flug- und Seehäfen, Kraftwerke und überall dort hin, wo große Industrie angesiedelt ist. „Sie lernen in allen Lebenslagen Gefahrensituationen einzuschätzen“, betont Detlef Strohkirch, Leiter des Ausbilungzentrums. „Wir sind größter Anbieter professioneller Sicherheitslösungen in Deutschland mit 120 Niederlassungen und 21 000 Mitarbeitern. Unsere Auszubildenden erleben in ihrer dreijährigen Lehre 50 verschiedene Aufgaben“, so der 62-Jährige, der derzeit für 90 junge Leute zuständig ist. Darunter 15 Frauen. Zu wenig, wie der ehemalige Soldat bekennt. „Frauen wirken deeskalierend. Besonders an Kontrollpunkten, wo sich die Stimmung schnell mal aufheizt.“ Frauen dächten und arbeiteten anders als Männer, seien besonnener, könnten Situationen besser einschätzen. „Beispielsweise dürfen Frauen in Deutschland nur von weiblichen Fachkräften durchsucht werden“, so Strohkirch weiter. Ausbildung wie Beruf seien auf jeden Fall etwas für Frauen. Die Abbruchquote tendiere fast gegen Null. Die hohe Qualität sei in der Branche entscheidend für den Erfolg und die Höhe des erreichten Sicherheitsniveaus. „Die drei grundlegenden Werte von Securitas sind: Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft. Sie dienen als Leitfaden für all unsere Mitarbeiter, um eine Vertrauensbasis mit den Kunden, Kollegen und der Öffentlichkeit aufzubauen“, erklärt Strohkirch die Unternehmensphilosophie. Und die drei Elemente der Ausbildung wie Berufsschule, betriebliche theoretische Ausbildung sowie die betriebliche praktische.

Josephine Fetsch hat in den letzten zwölf Monaten jedenfalls schon mal einen ersten Eindruck bekommen, was von ihr erwartet wird. „Ich war schon bei einer Revision im Kernkraftwerk, bei einem Fußballspiel, einer Personenkontrolle sowie einem Sicherheitseinsatz am Spielfeldrand“, erzählt sie, die die Arbeit im Kraftwerk bisher am besten fand. Um sich fit zu halten, gehe sie regelmäßig ins Fitnessstudio. Nach der Lehre würde sie gern ins Zwischenlager nach Gorleben gehen. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dort als Hundeführerin zu arbeiten.“


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