Schwerin : Auf Umwegen zum Traumjob

Arbeitsplatz Arztpraxis: Monika Ziedorn vom Jobcenter freut sich über die erfolgreiche Umschulung von Katja Bechtloff (l.).
Arbeitsplatz Arztpraxis: Monika Ziedorn vom Jobcenter freut sich über die erfolgreiche Umschulung von Katja Bechtloff (l.).

Katja Bechtloff brach eine Lehre als Köchin ab, arbeitete als Verkäuferin und machte nun eine Umschulung zur Medizinischen Fachangestellten

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25. Juni 2018, 05:00 Uhr

Katja Bechtloff ist glücklich. Die 34-Jährige hat ihren Traumberuf gefunden. Als Medizinische Fachangestellte arbeitet sie in der Arztpraxis Möbius in der Goethestraße, koordiniert Termine, nimmt Blut ab, gibt Impfungen, kümmert sich um Wunden und vieles mehr. „Ich wollte schon immer etwas im medizinischen Bereich machen, anderen Menschen helfen“, sagt Bechtloff. Der Weg zu ihrem Traumberuf führte jedoch über einen Umweg.

Nach der Schule begann die Schwerinerin zunächst eine Lehre als Köchin. „Während der Ausbildung wurde ich schwanger, bekam eine Tochter“, erzählt Katja Bechtloff. Als alleinerziehende Mutter habe sie die Lehre nicht mehr fortsetzen können. Bechtloff arbeitete im Verkauf, jobbte in einem Tattoo- und Piercing-Studio, brachte ihr zweites Kind zur Welt. Über ein Informations- und Coachingprojekt speziell für Alleinerziehende, unterstützt vom Jobcenter, entdeckte die Schwerinerin, welche Möglichkeiten sich ihr auf dem Arbeitsmarkt bieten. Sie machte ein Praktikum bei einem Arzt und startete schließlich bei der Deutschen Angestellten-Akademie die Umschulung zur Medizinischen Fachangestellten – gefördert vom Schweriner Jobcenter aus dem so genannten Zukunftsstarter-Programm, das sich an Arbeitslose ohne Berufsabschluss im Alter zwischen 25 und 35 Jahren richtet, von denen es in Westmecklenburg rund 2100 gibt.

Den praktischen Teil der Ausbildung absolvierte Katja Bechtloff bei der Arztpraxis Möbius. „Meine jetzt 16 Jahre alte Tochter hat mich während der Umschulung sehr unterstützt, Aufgaben in der Familie übernommen“, berichtet die Schwerinerin, die sich für die Verwirklichung ihres Berufswunsches viel Wissen aneignen musste.

„Ich bewundere die Kraft und den Fleiß von Frau Bechtloff“, sagt Monika Ziedorn vom Schweriner Jobcenter, die Katja Bechtloff betreut und sich dafür eingesetzt hat, dass sie die Umschulung machen kann. „Frau Bechtloff bringt die Liebe für ihren neuen Beruf mit, und das Zusammenspiel aller Beteiligten hat bei der Umschulung sehr gut geklappt“, erklärt Ziedorn.

Weil die Prüfung vor der Ärztekammer in Rostock erst drei Monate nach der zweijährigen Umschulung stattfand, wurde Katja Bechtloff von der Praxis Möbius für eine Probebeschäftigung übernommen. „Keine Selbstverständlichkeit“, wie Monika Ziedorn betont. Mittlerweile ist die zweifache Mutter fest angestellt. Großes Glück habe sie gehabt, sagt Bechtloff, einen verständnisvollen Arbeitgeber und ein tolles Team gefunden. „Ich gehe gern zur Arbeit“, versichert sie.

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