Schweriner Burgsee : Büsche weg – Naturschützer sauer

Freier Blick von der Promenade aufs Schloss: Der BUND spricht von Biotopzerstörung.
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Freier Blick von der Promenade aufs Schloss: Der BUND spricht von Biotopzerstörung.

Gegen den Schnitt der Büsche am Burgsee protestieren BUND, Grüne und Bürger, doch die Stadt hat schon lange alles genehmigt

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12. Januar 2018, 21:00 Uhr

Naturschützer und naturbewusste Bürger sind empört, beim Beschwerdemanagement der Stadt läuft eine Beschwerde nach der anderen auf: Die Büsche am  Burgsee wurden von den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) herunter geschnitten, von vier Weiden stehen nur noch die Stämme.

„Ich weiß nicht, ob ich bei den Maßnahmen der SDS am Burgseeufer noch von Baumpflege – wohl besser von Baumverstümmelung – reden soll“, schreibt SVZ-Leser Robert Auer. „Irgendwie hat man es in der Stadt offenbar nicht so sehr mit Bäumen und deren ökologischem Nutzen. Schwerin hat in den vergangenen 20 Jahren so viele Bäume zur Disposition gestellt und ist dabei nicht immer umweltbewusst vorgegangen.“

Auch die Bündnisgrünen protestieren gegen eine „sinnlose Aktion mit der Säge am Burgsee“. „In unserer Stadt haben wir an allen Ecken und Enden Probleme mit der Infrastruktur, mit kaputten Radwegen und Straßen, die die Stadt wegen Geldmangels nicht reparieren kann. Und andererseits gibt die Stadt Jahr um Jahr Geld dafür aus, gesetzlich geschützte Weidengebüsche am Burgsee abzusägen. Das ist völlig absurd und nicht akzeptabel“, sagt der stellvertretende Fraktionschef Arndt Müller. „Diese Gehölze müssen ja nicht allen gefallen, aber das gibt der Stadt noch lange nicht das Recht, geschützte Biotope zu schädigen und das Ganze noch als Pflege zu bezeichnen.“ Der Oberbürgermeister solle als Finanzdezernent den Haushalt auf völlig verzichtbare Maßnahmen durchforsten. Das Sägen am Burgsee gehöre auf jeden Fall dazu.

Der BUND fragt: „Nichts dazu gelernt?“ und spricht von einer „erneuten Biotopzerstörung“. Der Charakter des betroffenen Weidengebüsches sei für viele Jahre zerstört. „Zu sehen ist dies an dem Bereich, der bereits im Winter 2014/15 geschnitten wurde und bis heute nur dünne Weidenzweige aufweist“, sagt Mareike Herrmann. „Der Schnitt ist ökologisch schädlich. Im Gegensatz zu Feldhecken, die regelmäßig beschnitten werden können, um ihren Charakter zu erhalten, gilt dies für natürliche Ufergehölze nicht. Diese sollten sich frei im Gewässer entfalten, um ihre Funktionen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Filter für den Wasserkörper und für die Stabilisierung des Uferbereichs erfüllen zu können.“

Die Werkleiterin der SDS, Ilka Wilczek weist die Vorwürfe zurück. „Der Rückschnitt der Büsche ist von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt worden.“ Weil die Weiden instabil geworden seien. Und die vier Bäume sollen Kopfweiden werden. „Weil sie in den zurückliegenden Jahren nicht ausreichend gepflegt wurden, waren zwei Bäume durchgewachsen.“ Sie würden bereits Risse aufweisen und mussten auch aus Gründen der Verkehrssicherheit geschnitten werden.

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