Schwerin : Einseitiger Bauboom

Bauboom in den Waisengärten: Mitarbeiter der Firma Westa legen die Promenade in der Amtstraße an. Dort werden Eigentumswohnungen zu Spitzenpreisen verkauft.
Bauboom in den Waisengärten: Mitarbeiter der Firma Westa legen die Promenade in der Amtstraße an. Dort werden Eigentumswohnungen zu Spitzenpreisen verkauft.

Gewerkschaft zieht Bilanz: knapp 300 neue Wohnungen, aber kaum bezahlbare.

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12. Juli 2019, 05:00 Uhr

Bauboom in der Landeshauptstadt: 297 neue Wohnungen sind im vergangenen Jahr in Schwerin gebaut worden. Darunter 95 Ein- und Zweifamilienhäuser. Laut Bilanz der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) sind das 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 46 Millionen Euro. Die IG Bau Mecklenburg beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Der Bezirksvorsitzende, Jörg Reppin, sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde. „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen laut Reppin pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

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