Wildunfall in Rom : Odyssee zur Notversorgung: Retter auf der Suche nach Klinik für verletzte Kinder

In der Parchimer Asklepios-Klinik konnten die Kinder nach dem Unfall nicht betreut werden.
In der Parchimer Asklepios-Klinik konnten die Kinder nach dem Unfall nicht betreut werden.

Rettungsdienst bemängelt lange Organisationszeit für Krankenhausplätze.

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27. Dezember 2019, 19:00 Uhr

Diese Odyssee macht auch die Helfer hilflos: Lange musste der Rettungsdienst nach dem Unfall bei Rom ein geeignetes Krankenhaus für die verletzten Kinder suchen.

Weiterlesen: Nach Wildunfall von Rom bis nach Schwerin gefahren: Krankenhaus konnte Kinder nicht aufnehmen

Christoph Richter, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienst Parchim Ludwigslust sagt, dass die Kinder nicht in der Region medizinisch behandelt werden konnten. Das Mädchen von zwei Jahren und der siebenjährige Junge sowie ihre Eltern waren am zweiten Weihnachtstag bei einem Wildunfall verletzt worden.

„Aufgrund der vermutlich hohen Geschwindigkeit vor dem Ereignis war bei den Fahrzeuginsassen davon auszugehen, dass ein so genanntes Hochrasanztrauma vorliegen könnte. Eine genauere Diagnostik kann jedoch erst in einer Klinik und mit entsprechenden Geräten erfolgen“, so Richter.

Nur Erwachsene aufgenommen

Die Kinder sollten auch nicht von den Eltern getrennt werden, um eine eventuell zusätzliche seelische Belastung auszuschließen. Die Klinik in Parchim konnte nach Angaben des Rettungsdienstes keine Patienten mit einem möglichen Hochrasanztrauma aufnehmen, die Klinik in Plau hätte zwar die Erwachsenen aufgenommen, nicht aber die Kinder. „Erst nach längerer telefonischer Kontaktaufnahme konnten die Erwachsenen und die Kinder nach Schwerin ins dortige Klinikum transportiert werden“, heißt es weiter.

Vier Stunden Einsatzdauer

Abschließend verweist Richter darauf, dass „unsere Einsatzkräfte am Einsatzort vergleichsweise viel Zeit mit organisatorischen Dingen verbringen mussten und dass der längere Transportweg nach Schwerin insgesamt zu einer Einsatzdauer von zirka vier Stunden führte. Vier Stunden, in denen der Rettungswagen und der Notarzt aus Parchim keinen anderen Einsatz hätten übernehmen können.“ Von der Asklepios Klinik in Parchim war am gestrigen Freitag, einem Brückentag, keine Stellungnahme zu bekommen.
 

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