Geobotaniker tagen : Die Pflanzenwelt der Heimat

Mit wenig Pflege eine Pracht: das Garten-Stiefmütterchen.
Mit wenig Pflege eine Pracht: das Garten-Stiefmütterchen.

Fachgruppe Geobotanik hielt Tagung in Parchim ab / Buch über Flora im Altkreis Parchim erschienen

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27. Februar 2020, 05:00 Uhr

Wie lief das Jahr 2019 für die heimische Flora? Die Frage stand im Mittelpunkt beim Treffen der Parchimer Nabu-Fachgruppe Geobotanik. Fachgruppenleiter Helmut Kiesewetter veranschaulichte die vergangenen Vegetationsperiode in einem Vortrag. Bei Exkursionen ins Speckmoor bei Warin, zur Renaturierungsfläche am Blanken See, sowie in die reichhaltige Flora im Naturschutzgebiet Wüstemoor bei Groß Pankow konnten die heimischem Pflanzenvorkommen erfasst werden.

Heinz Sluschny schloss seinen Vortrag über die Gattung Viola, zu der die heimischen Veilchen und Stiefmütterchen gehören, mit einem amüsanten und einprägsamen Hinweis. Anhand einer Abbildung erläuterte er, wie man sich den Namen Stiefmütterchen erklären kann: Das untere, reich verzierte Kronenblatt ist der Rock der Stiefmutter, die beiden seitlichen noch etwas verzierten Kronenblätter sind die Röcke der leiblichen Töchter, während die oberen einfarbigen Kronenblätter die schlichten Röcke der Stieftöchter symbolisieren. Nach dieser Einführung handelte der erfahrene Botaniker von der Fachgruppe Schwerin Bestimmungsmerkmale von insgesamt neun Veilchenarten ab, skizzierte einen Bestimmungsweg und stellte am Herbarmaterial einige Arten vor, darunter weniger Bekannte Sorten wie das Torf-Veilchen, Wunder-Veilchen oder Graben-Veilchen. Katja Hahne aus Sandhof stellte die Kartierung des Fieberklees, der die Blume des Jahres 2020 ist, und des Breitblättrigen Knabenkrautes vor. Die Mitglieder der Fachgruppe wollen eine systematische Erfassung der Vorkommen beider Arten im Altkreis Parchim erreichen. Leider hat das Knabenkraut, eine Wiesenorchidee, in ihrem Bestand abgenommen. Einig sind sich die Vortragenden und die Fachgruppenmitglieder, dass Maßnahmen des Naturschutzes unerlässlich sind. Anja Abdank vom Landesamt für Naturschutz und Geologie verwies auf die Wiederansiedlungsveruche der Arnica und der Wiesen-Kuhschelle und lud die Mitglieder der Fachgruppe ein, die Ansiedlungsversuche wissenschaftlich zu begleiten.

Die Fachgruppe Geobotanik ist auf mittlerweile 20 Mitstreiter angewachsen, weitere Neumitglieder sind gern gesehen. Auf der jüngsten Tagung wurden auch druckfrische Bücher aus der Reepsholt–Stiftung vorgestellt, die die Flora des Altkreises Parchim und die Entwicklung des Naturschutzes im Altkreis Lübz thematisieren. Die Publikationen sind über den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide in Karow zu beziehen. Im laufenden Jahr wollen die Mitglieder unter anderem eine Moosexkursion unternehmen und die Flora des Gehlsbaches zwischen Wilsen und der Niedermühle erkunden.




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