Beste Eisbar des Landes : Eismann bewahrt süßes Geheimnis

André Ahrens hat sich als „Eismann von Parchim“ seinen beruflichen Lebenstraum erfüllt. Fotos: Wolfried Pätzold
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André Ahrens hat sich als „Eismann von Parchim“ seinen beruflichen Lebenstraum erfüllt. Fotos: Wolfried Pätzold

André Ahrens setzt Tradition fort / Kunden haben entschieden: Beste Eisbar des Landes / Regionale Zutaten favorisiert

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20. April 2015, 12:00 Uhr

André Ahrens ist in der Kreisstadt bekannt wie ein „bunter Hund“. Wenn er durch seine Heimatstadt schlendert, grüßen ihn die Kinder: Da kommt unser Eismann! Und der 49-Jährige hat sich inzwischen einen guten Namen nicht nur zwischen Boizenburg und Plauer See gemacht, sondern es auch landesweit zu Ruhm gebracht. „Das macht schon ein wenig stolz, wenn man den Titel ,beste Eisbar in Mecklenburg-Vorpommern’ verliehen bekommt“, sagt André Ahrens und verweist auf eine entsprechende Urkunde gleich neben dem Tresen mit den leckeren Eissorten.

Tradition wird beim Parchimer Eismann groß geschrieben. Er betreibt sein Geschäft in bester Lage auf dem Schuhmarkt. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde die legendäre „Eisbar Kroll“ 1957 aus der Taufe gehoben. „Erst kürzlich kam eine ältere Dame aus Hagenow, um noch einmal Eis zu genießen, wie sie es in ihrer Jugend kannte. Und das hat sie bei uns auch bekommen“, freut sich André Ahrens, der sich selbst noch gut daran erinnern kann, dass auch er als Kind hier Schoko-, Vanille- und Erdbeereis schleckern durfte. Jahre später sollte sein Traum, ein eigenes Eiscafé zu betreiben, wahr werden. Als sich das Ehepaar Kroll im Jahr 2002 in den Ruhestand verabschiedete und einen Nachfolger suchte, fasste André Ahrens die Chance beim Schopf. „Zwei Monate durfte ich quasi als Praktikant dem Eismeister über die Schulter schauen. Und dabei habe ich eine Menge gelernt“, erinnert er sich auch nach 13 Jahren noch sehr genau. Dass er dabei auch die bewährten Rezepte und vor allem die süßen Geheimnisse mit übernehmen durfte, war für André Ahrens die entscheidende Starthilfe. „Es kommt natürlich auch bei der Speiseeisproduktion auf die Zutaten an. Das beginnt bei der Milch, reicht über die verwendete Sahne, den Zucker und die sogenannte Base, die sehr individuell zusammengestellt werden muss“, erklärt der Fachmann. Vieles bezieht André Ahrens von Produzenten aus dem Parchimer Land, darunter die frischen Erdbeeren von der Plantage aus Stralendorf. Der Rest kommt vom Lieferanten des Vertrauens aus Stralsund. Im Eislabor wird gerührt, gekocht und gekühlt. Das dauert pro Eissorte bis zu zweieinhalb Stunden. „So hat es auch schon mein Lehrmeister gemacht. In den vergangenen Jahren wurde einiges verfeinert“, gibt er zu bedenken.

Neben dem Klassiker, dem Erdbeereisbecher mit frischen Früchten und Sahne, erpfindet André Ahrens auch neue Eiskreationen. Ein Freund aus Wien hatte ihn auf die Idee gebracht, einen Mozarteisbecher zu entwickeln. „Das war eine Herausforderung. Inzwischen kommen Gäste aus nah und fern nach Parchim, um zeitgleich mit dem traditionellen Martinimarkt jeweils im Herbst im Eiscafé auf dem Schuhmarkt den Mozarteisbecher zu genießen. In den kommenden Wochen sind Früchteeisbecher und Orangeneis die Renner der Saison.

Als bodenständiger Geschäftsmann lässt André Ahrens seit Jahren auch die Kommunalpolitik in seiner Heimatstadt nicht kalt. Nicht selten haben sich bei ihm erhitzte Köpfe im Streit um die beste Politik für die Kleinstadt bei einem erfrischenden Eis wieder abgekühlt. „Parchim ist auf einem guten Weg“, meint der Eismann. Gespannt blickt er auf die Bürgermeisterwahl am 26. April. Einer der Bewerber wird im Eiscafé das Ereignis begießen.  

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