Buchberg : Grüne Woche mit Neuland

Viele ihrer Pflanzen würden im Winter draußen erfrieren, erklärt Bärbel Eisenblätter, sie ist seit knapp einem Jahr Leiterin des Wangeliner Gartens.
Viele ihrer Pflanzen würden im Winter draußen erfrieren, erklärt Bärbel Eisenblätter, sie ist seit knapp einem Jahr Leiterin des Wangeliner Gartens.

Projekte des Programms der Bosch-Stiftung präsentieren sich in Berlin – auch der Wangeliner Garten und das Netzwerk Ruhner Land

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15. Januar 2020, 20:00 Uhr

2019 waren die Neulandgewinner der Robert-Bosch-Stiftung zum ersten Mal auf der Grünen Woche in Berlin. In diesem Jahr werden sich die innovativen Projekte erneut unter der von Bildhauerin Barbara Wetzel aus Qualitz bei Bützow entworfenen, wiederverwendbaren Baumwollkuppel präsentieren. Seit 2012 fördert das Programm alle zwei Jahre bis zu 20 Projekte, die die Zivilgesellschaft im ländlichen Raum Ostdeutschlands stärken wollen. In Mecklenburg sind es inzwischen sieben Projekte, in Vorpommern noch einmal elf. 2019 gewann für MV der Eschenhof in Groß Rünz bei Rehna mit „Gemeinsam Gärtnern“ das Fördergeld von 50 000 Euro.

Die MV-Neulandgewinner auf der Grünen Woche 2019: (vorn von rechts) die Eschenhof Frauen Marita Bergmann, Andrea Keil, Barbara Nikolic, daneben Barbara Wetzel und Babette Scurell (v.r.).
Katja Frick
Die MV-Neulandgewinner auf der Grünen Woche 2019: (vorn von rechts) die Eschenhof Frauen Marita Bergmann, Andrea Keil, Barbara Nikolic, daneben Barbara Wetzel und Babette Scurell (v.r.).
 

Auch der Wangeliner Garten in der Gemeinde Ganzlin wird auf der Grünen Woche vertreten sein. Er war gleich zweimal Neulandgewinner. „Wir sind auf dem platten Land, in der Pampa, eine kleine Oase, die zeigt, wie ökologische, nachhaltige Entwicklung gehen kann. Der Wangeliner Garten ist ein Beispiel für Biodiversität, die wir eigentlich überall brauchen“, beschreibt Klaus Hirrich sein Projekt. Er ist Geschäftsführer des „Vereins zur Förderung ökologisch-ökonomisch angemessener Lebensverhältnisse westlich des Plauer Sees“ (Fal). Hier wird unter anderem mit ökologischen Bauten aus Lehm und Stroh experimentiert. „Dafür holen wir uns jeweils Experten, die rund um den Erdball zu Hause sind“, so Hirrich. Auf der Grünen Woche können Besucher mit den Vertretern der grünen Oase aus MV beispielsweise Samenbomben herstellen. Dafür werden Samen mit feuchtem Lehm vermischt. „Diese Samenbomben kann jeder überall hinwerfen, dann entsteht eine kleine Blumenwiese“, erklärt Hirrich. Ob die Präsentation eine Strahlkraft für mögliche Besucher habe, kann er nicht sagen. „Ich bin auf der Landwirtschaftsmesse in Berlin vor allem, um mich mit anderen Menschen auszutauschen.“ Die Neulandgewinner sind gerade dabei, ein Netzwerk aufzubauen.

Neulandgewinner auf der Grünen Woche 2019

Das Netzwerk „Ruhner Land – eine Region erfindet sich selbst “ gewann die Förderung 2017, sie läuft im Februar aus. „Wir machen aber weiter“, verspricht Neulandgewinnerin Sabine Uhlig aus Drefahl. Es sind immer einzelne Macher, denen die Förderung zugesprochen wird und die die Projektarbeit koordinieren. „Wir gründen gerade den Verein ,Ruhner Land‘ und wollen dann Förderungen für Einzelprojekte beantragen.“ Durch die Förderung der Bosch-Stiftung wurde viel erreicht in der besonderen Region, die durch die Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und zusätzlich durch Kreis- und Gemeindegrenzen geteilt ist. Jede der sieben Gemeinden liegt am Rand eines Gebietes mit den entsprechenden Problemen. Aber zusammen sind sie das Ruhner Land. „Bei uns erscheinen die Lokalausgaben vier verschiedener Zeitungen“, so Uhlig. Deshalb wusste die eine Gemeinde nicht, was in der benachbarten los ist. Nun gibt es den „Ruhner Landboten“, auf der Website sind Termine für Kulturveranstaltungen wie die regelmäßigen Konzerte im Café des Siebengiebelhofes Drenkow zu finden oder die Angebote für Kinder und Senioren in Ziegendorf, Muchow oder Marnitz. „Wir haben mit Hilfe von Bauern die Region verbindende Landwege wieder nutzbar gemacht. Der durch die Ruhner Berge führende Jacobsweg wurde durch uns reaktiviert. In Ziegendorf gibt es jetzt eine Kinderbücherei.“ Die hauptberufliche Lehrerin findet nicht so schnell ein Ende bei dieser Aufzählung. Die verbindende Projektarbeit ist so besonders, dass Sabine Uhlig und ihr Team davon am 26. Januar auf der Bühne in Halle 27 erzählen werden.

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