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Verein Schach matt : Plauer Tierschützer ziehen nun vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Ex-Vorsitzender verweigert Herausgabe wichtiger Vereinsunterlagen. Kommenden Dienstag wird das Urteil des Amtsgerichts Ludwigslust erwartet

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 21:00 Uhr

In der Sache „Tierschutzverein Plau am See gegen seinen ehemaligen Vorsitzenden“ gibt es noch immer mehr Fragen als Antworten. Fakt ist, dass sich der Verein nach vorgezogenen Vorstandswahlen Mitte Mai von Achim Jahnke trennte, nachdem der Verein in finanzielle Schieflage geraten war. In eine so schiefe, dass die Tierfreunde bereits Insolvenz beantragen mussten.

Das Verfahren ist noch nicht eröffnet. Zum einen fehlen dem Verein dafür die Unterlagen (sprich Rechnungen, Kontoauszüge…), die notwendig sind, um seine Finanzen lückenlos belegen zu können. Andererseits ist der neue Vorstand beim zuständigen Amtsgericht noch nicht registriert.

Wie SVZ von der Vereinsvorsitzenden Uta Kaßler erfuhr, hatten die Plauer Tierschützer ihren früheren Vorsitzenden zunächst bei der Kripo in Plau wegen Veruntreuung angezeigt und dann versucht, die Herausgabe der Vereinsunterlagen per einstweiliger Verfügung durchzusetzen. Der Ex-Vereinschef weigerte sich bisher. „Herr Jahnke hat selbst einer bei ihm vorstellig gewordenen Gerichtsvollzieherin nichts aber auch gar nichts rausgerückt“, so Uta Kaßler. Stattdessen hat er im Gegenzug seinerseits Einspruch eingelegt. Am kommenden Dienstag, 27. Juni, kommt es am Amtsgericht Ludwigslust zur öffentlichen Verhandlung. „Hier wird entschieden, ob die einstweilige Verfügung aufrecht erhalten bleibt oder nicht“, bestätigte Andreas Merklin, Direktor des Amtsgerichtes Ludwigslust gestern auf Nachfrage. Sollte das Urteil zugunsten des Tierschutzvereins ausfallen, der Ex-Vorsitzende sich aber weiterhin weigern, wäre der nächste Schritt seitens des Vereins, eine richterliche Durchsuchungsanordnung zu beantragen. „Mit der“, erklärt Merklin, „könnte der Gerichtsvollzieher notfalls sogar die Privaträume aufbrechen.“ Auch mit polizeilicher Unterstützung.

Für den seit Wochen Schach matt gesetzten Tierschutzverein, der in Plau am See ein Tierheim unterhält (und weiter unterhalten will) und sich hier um verwaiste, kranke und ausgesetzte Katzen und Hunde kümmert, tickt die Uhr. Von zuletzt mindestens 20  000 Euro „Miesen“ ist die Rede. Hinzu kommt, dass das Vereinskonto auf 7500 Euro gepfändet wurde. Finanziell bleibt den Plauern da also kein Handlungsspielraum. „Und ohne die Vereinsunterlagen können sie vorerst auch gar nichts machen“, sagt Margret Kuhlmann. Die stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes spricht vom Insolvenzverfahren, das nach seinem Abschluss auch einen Neuanfang für den Verein bedeuten könnte. „Dafür aber müssen die Plauer so schnell wie möglich an ihre Unterlagen kommen, die der Ex-Chef meines Wissens seit letztem November privat unter Verschluss hat. Und sie müssen den Strauß mit Herrn Jahnke bei Gericht durchfechten. Wir brauchen Nägel mit Köpfen.“

Das Schicksal des Vereins hat in der Region eine Welle der Unterstützung ausgelöst. „Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns Futter und Reinigungsmittel gespendet haben“, sagt Uta Kaßler, die auch dem Tierschutzverein Sadelkow dankbar ist. Er hat fünf Hunde aus Plau übernommen. Die Plauer selbst kümmern sich vorerst ausschließlich um ihre knapp 30 Katzen, 19 davon Freigänger.

Achim Jahnke sprach gestern von kursierenden Unwahrheiten und persönlicher Verleumdung. „Die Verhandlung am kommenden Dienstag wird genau das auch zeigen. Und sie wird auch die finanzielle Situation beleuchten, zu der es nicht hätte kommen müssen, wenn man miteinander redet.“

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