Nichts ging mehr : Warnstreik legte Busverkehr lahm

Warnstreik der Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim am Standort Parchim.   Fotos: Michael-Günther Bölsche
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Warnstreik der Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim am Standort Parchim. Fotos: Michael-Günther Bölsche

Busfahrer kämpften bis 10 Uhr um mehr Lohn. Doch die Information kam nach Auffassung vieler Betroffener zu spät.

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23. Januar 2018, 21:00 Uhr

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Kommunale Arbeitgeberverband kommen am heutigen Mittwoch in Rostock zu ihrer 3. Tarifrunde zusammen. Um noch mehr Druck auf den Verhandlungspartner auszuüben, fanden in dieser Woche Warnstreiks der Busfahrer im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und gestern in unserem Landkreis statt.

Vor dem Tor der Parchimer Betriebsstelle in der Lübzer Chaussee hatten sich die Busfahrer in den frühen Morgenstunden am kleinen Lagerfeuer versammelt und ließen ihre Busse im Depot. Lediglich der Rufbus und die Partnerunternehmen für den Rufbus waren nicht vom Streik betroffen. „Die bestellten Fahrten mit unserem Rufbus sind alle abgearbeitet worden“, bestätigt Christian Stopsack von der Verkehrsgesellschaft. Nach Streikende gegen 10 Uhr rollten die Busse wieder vom Hof, dennoch konnte es „punktuell noch zu Einschränkungen kommen“, hieß es.

„Auch nach mehr als 25 Jahren nach der Wende gibt es noch immer starke Unterschiede im Lohngefüge, das kann so nicht weiter gehen“, schimpften die Busfahrer in Parchim, die sich gestern früh am Eingangstor versammelten und der Kälte am kleinen Feuer trotzten. „Wir sind meist zwölf Stunden am Tag auf der Arbeit und bekommen nicht die ganze Zeit bezahlt“, sagt ein anderer und erläutert, dass nach der morgendlichen Runde eine Pause von einigen Stunden anfällt, bis gegen Mittag die nächsten Runden folgen. „Diese Leerzeit wird nicht bezahlt, obwohl wir ja vor Ort sind.“

Tobias Packhäuser von der Dienstleistungsgewerkschaft betont, dass die geforderten 180 Euro monatlich sehr wichtig für die Busfahrer seien. „Mit dem derzeitigen Gehalt kommen wir nicht auf die notwendigen Rentenpunkte. Somit würde später Altersarmut drohen und dagegen wollen und müssen wir gemeinsam ankämpfen“, sagt der Gewerkschafter. Nach seinen Angaben sind in der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim 210 Busfahrer angestellt, 54 davon in Parchim. Kreisweit werden rund 10 000 Schüler täglich befördert.Die Information über den Warnstreik erreichte allerdings nicht alle Eltern oder Schulen rechtzeitig. Eine offizielle Information über den Ausfall des Schülerbusverkehrs erfolgte nach Meinung etlicher Eltern unzureichend. Wer das Radio nicht eingeschaltet hatte oder abends den Fernseher, der wusste von nichts. Obwohl Frank Schischefsky vom ver.di Landesbezirk Nord in Kiel in seiner Presseinformation mitteilt, dass „wir rechtzeitig informieren, damit die Fahrgäste, insbesondere die Eltern, die Möglichkeit haben, ihre Planung darauf abzustimmen.“

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