Online-Auktion : Das Ebay-Einmaleins

Wer bei Ebay kauft oder verkauft, sollte einiges beachten.
Wer bei Ebay kauft oder verkauft, sollte einiges beachten.

Wer beim Online-Einkauf nicht aufpasst, ist schnell sein Geld los oder steht ohne Ware da. Die wichtigsten Regeln für Käufer und Verkäufer

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03. Juni 2015, 21:00 Uhr

Ob Handy, Toaster oder Teeuntersetzer - Internetauktionshäuser wie Ebay und Kleinanzeigenportale vereinen die Vorzüge des Flohmarktes mit dem Komfort des Online-Shoppens. Hier die wichtigsten Spielregeln fürs Shoppen bei Ebay und Co.

Auktionen: Zunächst sollten sich Verbraucher über den Marktwert des Artikels informieren, rät Petra Borgmann von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Fragen Sie sich: Wo liegt mein Limit? Wer sich keins setzt, bietet im Kaufrausch schnell zu viel.

Auch Verkäufer müssen aufpassen: Wer den Preis durch Scheingebote in die Höhe treibt, macht sich strafbar und muss mit Schadenersatzzahlungen, Geld- oder sogar Gefängnisstrafen rechnen.

Privat oder gewerblich: Die Grenzen zwischen Privatverkäufer und gewerblichem Händler sind fließend. Wer seinen Keller entrümpelt und in kurzer Zeit viele Artikel verkauft, kann das Interesse der Steuerfahndung erregen. „Entscheidend ist, wie die Gerichte das beurteilen“, sagt Christoph Herrmann von Stiftung Warentest. Wird man als kommerzieller Händler mit Gewinnabsicht eingestuft und hat kein Gewerbe angemeldet, drohen Strafen wegen Steuerhinterziehung. Auf der sicheren Seite sind Privatleute, wenn sie größere Verkäufe über professionelle An- und Verkäufer abwickeln, erklärt Herrmann.

Rückgaberecht: Beim Einkauf bei gewerblichen Händlern gilt das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen, erklärt Franziska Solbrig vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh). Damit der Widerruf gültig ist, reicht es aber nicht, den Artikel nur zurückzusenden. Der Widerruf muss schriftlich erfolgen, zum Beispiel per Rückgabeformular, E-Mail oder Einschreiben. Das Porto übernehmen oft noch die Händler, obwohl seit 2014 rechtlich der Käufer dafür aufkommen muss.

Beim Einkauf von privaten Anbietern gilt: Gekauft ist gekauft. Der Höchstbietende bekommt den Zuschlag und hat damit einen gültigen Kaufvertrag abgeschlossen. Vorsicht auch beim Kleinanzeigenteil: Wenn Interessenten ein Preisangebot nennen, ist es verbindlich. Lieber zunächst einen Besichtigungstermin vereinbaren, rät Solbrig.

Mängelhaftung: Private Anbieter können die Gewährleistung einschränken. Das geht mit Formulierungen wie „Sachmängelhaftung ausgeschlossen“, erklärt Christoph Herrmann. Der Käufer hat dann keinen Anspruch auf Schadensersatz. Was in der Produktbeschreibung steht, gilt aber trotzdem. „Wenn bei einem Fahrrad steht “voll funktionsfähig„, und dann geht die Schaltung nicht, ist das ein Mangel.“ Interessenten sollten sich deshalb zur Sicherheit vor dem Kauf die Produktbeschreibung ausdrucken, rät Petra Borgmann.

Zahlung: „Bis auf die Rechnung sind alle Zahlungsarten mit einem gewissen Betrugsrisiko verbunden“, sagt Franziska Solbrig. Zahlungen per Kreditkarte oder Bankeinzug sollten immer über eine verschlüsselte https-Verbindung erfolgen. Ob die Verbindung verschlüsselt ist, zeigt das Vorhängeschloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers. Vorkasse ist nur bei bekannten Händlern angeraten. Falls sich der Verkäufer als Betrüger oder die Ware als mangelhaft herausstellt, gibt es kaum Chancen auf Schadenersatz. Zahlungsdienstleister wie Click&Buy oder die Ebay-Tochter PayPal gelten als relativ sicher. Bargeldtransfers sind tabu.

Seriöse Anbieter: Eine erste Orientierung bieten Gütesiegel. Trusted Shops, EHI, TÜV oder Datenschutz Cert gelten momentan als verlässlich, erklärt Björn Stecher von der Internet-Initiative D21. Bei privaten Anbietern sind Käuferbewertungen ein Hinweis. „Verlässlich sind schlechte Bewertungen“, Herrmann. Gute können gefälscht sein. Manche Händler kaufen eigens Konten mit guten Bewertungen. Anbieter mit unklaren Angaben zu Ware, Zahlungsform oder Rückgabe meidet man am besten.

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