Regeln bei Nebenjobs : Arbeiten als Schüler: Was erlaubt ist – und was nicht

Wenn Minderjährige Geld verdienen wollen, gibt es einiges zu beachten.
Wenn Minderjährige Geld verdienen wollen, gibt es einiges zu beachten.

Viele Jugendliche wollen neben der Schule ihr Taschengeld aufbessern. Welche Regeln zu beachten sind, erfahren Sie hier.

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17. September 2019, 12:23 Uhr

Hamburg | Viele Schülerinnen und Schüler wollen neben der Schule ihr Taschengeld aufbessern. Dabei ist nicht alles erlaubt, es gibt viel Vorgaben und Regeln, die zu beachten sind. Sie sind im Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend (JArbSchG) festgehalten.

Ab wann dürfen Schüler arbeiten?

Für Jugendliche gilt: Wer zwischen 15 und 18 Jahre alt ist, darf laut Gesetz nicht länger als acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Kinder ab 13 dürfen nur leichte, kurzzeitige Jobs, wie beispielsweise Einkaufen, Babysitten oder Zeitung austragen, erledigen. Die Arbeiten dürfen nicht länger als zwei Stunden, in der Landwirtschaft drei Stunden sein. Zudem müssen die Eltern zustimmen und es darf frühstens ab acht Uhr gearbeitet werden und Spätestens bis um 18 Uhr. Wer jünger als 13 Jahre alt ist, darf laut Gesetzgeber nicht in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt werden.

Was ist verboten?

Gesundheitsschädliche oder Gefährliche Arbeiten, bei denen Jugendliche zum Beispiel Strahlung oder Lärm ausgesetzt werden, sind nicht erlaubt. Auch Akkordarbeiten sind tabu. Schülerinnen und Schüler dürfen in ihren Feien nicht mehr als vier Wochen im Jahr arbeiten. Ab viereinhalb Stunden Arbeit, muss eine 30 minütige Pausen gemacht werden und ab sechs Stunden, muss eine Stund pause gemacht werden. Desweiteren darf maximal an fünf Wochentagen gearbeitet werden. Beginn ist frühestens um sechs Uhr und Feierabend spätestens um 20 Uhr.

Doch es gibt Ausnahmen. Mit 16 darf bei der Bäckerei schon ab fünf Uhr begonnen werden und in der Gastronomie oder im Veranstaltungsbereich darf bis 22 Uhr gearbeitet werden. In der Landwirtschaft, Gastronomie oder Altenpflege darf man auch am Wochenende arbeiten. Außerdem ist es ab 16, während der Erntezeit, erlaubt bis zu neun Stunden täglich zu Arbeiten.

Wie viel Geld verdient mann?

Unter 18 Jahren gilt der gesetzliche Mindestlohn von 9,19 Euro nicht. Man sollte sich trotzdem fair bezahlen lassen und den Arbeitsvertrag genau im Blick behalten.

Monatliches Sparen

Junge Menschen legen im Schnitt 141 Euro zur Seite

14- bis 25-Jährige in Deutschland legen im Schnitt 29 Prozent des Geldes zurück, das ihnen monatlich zur Verfügung steht. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact zeigt, spart in dieser Altersgruppe mit 85 Prozent die große Mehrheit. Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr (81 Prozent) leicht gestiegen.

Fast allen Befragten (91 Prozent) ist es zudem wichtig, finanzielle Rücklagen zu haben, zeigt die Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank. Im Schnitt legen die jungen Sparer von den 482 Euro, die ihnen monatlich zur Verfügung stehen, 141 Euro auf die hohe Kante.

Dabei setzen sie vor allem auf Sicherheit, weniger auf Rendite. Zu den beliebtesten Sparformen zählen Spareinlagen (64 Prozent), das Tagesgeldkonto (29 Prozent) und der Bausparvertrag (17 Prozent). 12 Prozent investieren in Aktien und Fonds, 5 Prozent in die Riester-Rente und 4 Prozent in Lebensversicherungen.

Innofact befragte Ende Juni und Anfang Juli mehr als 1000 Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufstätige im Alter von 14 bis 25 Jahren. (dpa)


Wie Sieht es mit Steuern und Versicherung aus?

Wer mehr als 764 Euro im Monat verdient, muss vorerst Steuern zahlen, kann sie sich aber mit einem Antrag wiederholen. Wichtig dafür ist, dass beim Arbeitgeber eine elektronische Lohnsteuerkarte angegeben ist. Bei einem Einkommen unter 450 Euro fallen keine Steuern an.

Sollte bei der Arbeit, dazu zählt auch Hin- und Rückweg, etwas passieren, springt die Unfallversicherung des Arbeitgebers ein.

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