Erziehung : Wie viel Taschengeld fürs Kind?

Wie viel Taschengeld sollten Kinder bekommen – und ab wann?
Wie viel Taschengeld sollten Kinder bekommen – und ab wann?

Ab wann sollte der Nachwuchs Taschengeld bekommen – und was tun, wenn das Kind davon Unsinn kaufen möchte?

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24. August 2019, 16:00 Uhr

Sina Wilke„Ich will das Naschi!“, quengelt die Sechsjährige im Supermarkt. „Nein, das kauf ich dir jetzt nicht“, antwortet ihre Mutter. „Das kannst du dir selbst kaufen.“ Hört sich gut an, oder? Das Mädchen kann jetzt selbst entscheiden, wie viel die Süßigkeit ihm wert ist und ob es sie wirklich kaufen möchte – von seinem Taschengeld.

Frühestens mit fünf Jahren

„Kinder sollten eine gewisse Summe bekommen, damit sie lernen, mit dem eigenen Geld umzugehen“, rät Katrin Rieger von der Verbraucherzentrale in Kiel über das kleine Extra.

Was kann ich mir davon leisten? Wie lange reicht es? Will ich sparen oder sofort etwas kaufen? All das sind Fragen, für die Kinder durch das selbstständige Haushalten ein Gefühl bekommen. Ab wie vielen Jahren ein Kind Taschengeld bekommen sollte, ist dabei auch von seiner Entwicklung abhängig. „Es kommt darauf an, wie reif es ist. Aber so ab fünf, sechs Jahren kann man darüber nachdenken.“

Und die Höhe? Orientierung bieten Taschengeldtabellen, die etwa die Jugendämter herausgeben. „Es hängt auch vom Haushaltsbudget ab“, sagt Katrin Rieger. Experten raten zudem dazu, das Geld immer verlässlich auszuzahlen – und zwar zunächst wöchentlich. Schließlich fehlt kleineren Kindern noch der Überblick über einen Zeitraum. „Üblicherweise wird dann mit etwa zehn Jahren umgestellt auf ein monatliches Taschengeld“, sagt Rieger. Und erst bei Jugendlichen macht es Sinn, ihnen so viel zu zahlen, dass sie sich auch Größeres wie Kleidung davon kaufen können.

Eltern haben das letzte Wort

„Gerade bei den Kleinen sollte das Taschengeld zum Ausprobieren da sein. Sie sollten sich damit kleine Extras, etwa Süßigkeiten oder ein Spielzeug, kaufen und keine Notwendigkeiten wie Schulhefte“, erklärt Katrin Rieger. Und was, wenn das Kind sich von seinem Geld etwas kauft, womit Mama und Papa überhaupt nicht einverstanden sind – Kriegsspielzeug etwa? „Wofür das Taschengeld ausgegeben werden darf, entscheiden grundsätzlich die Eltern“, so Rieger. „Aber es macht schon Sinn, wenn Kinder einigermaßen frei sind. Eltern sollten nur Dinge ausschließen, die für sie wirklich nicht gehen – und das schon von Beginn an festlegen.“

Und wenn das Kind sein Sparschwein plündern will, in das regelmäßig zum Geburtstag, an Weihnachten oder fürs Zeugnis großzügig Scheine von Tanten und Opas wandern? Die heiß ersehnte Ritterburg ist schließlich teuer und Weihnachten noch lange hin. „Eltern können ihren Kindern erklären, dass das Geld ihnen zwar geschenkt worden ist, aber zum Sparen gedacht ist“, schlägt Katrin Rieger vor. Ob sie dann für den Führerschein mit 18, das Tablet mit 15 oder eben doch die Ritterburg mit zehn Jahren sparen, muss in der Familie besprochen werden. „Es macht keinen Sinn, dass kleine Kinder etwas für 100 Euro kaufen“, findet die Verbraucherexpertin. „Aber wenn sie etwas größer sind, kann man natürlich ein Sparziel vereinbaren.“

Taschengeldtabelle 2019

Alter und empfohlenes Taschengeld

4-5 Jahre: 50 Cent pro Woche
6-7 Jahre: 1,50-2 Euro pro Woche
8-9 Jahre: 2-3 Euro pro Woche
10-11 Jahre: 13-16 Euro pro Monat
12-13 Jahre: 18-22 Euro pro Monat
14-15 Jahre: 25-30 Euro pro Monat
16-17 Jahre: 35-45 Euro pro Monat
18 Jahre: 70 Euro pro Monat

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