HEY, Familie! : Jugendliche mischen mit - Engagiert im Ehrenamt

Die Teilnehmer des Jugendtalks in der alten Malzfabrik freuen sich auf die Veranstaltung.
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Die Teilnehmer des Jugendtalks in der alten Malzfabrik freuen sich auf die Veranstaltung.

Politisches Engagement bewiesen die Mitglieder vom Kinder- und Jugendparlament Wismar und dem Jugendrat Westmecklenburg als es um die Europa- und Kommunalwahlen im Mai ging.

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27. Juni 2019, 16:07 Uhr

Es ist Mitte Mai. Die Europawahl und auch Kommunalwahlen stehen kurz vor der Tür. Die Straßen der Städte und Dörfer sind mit Wahlwerbung gepflastert. Politikerinnen und Politiker machen Wahlkampf. Das spürt auch das Kinder- und Jugendparlament Wismar und der Jugendrat Westmecklenburg deutlich, denn plötzlich suchen Kommunal-und Stadtvertreter vermehrt das Gespräch und wollen beide Gremien in ihrem ehrenamtlichen Alltag besuchen. Doch statt jedem einzelnen eine Bühne zu geben, waren die Jugendlichen aus Nordwestmecklenburg clever. Sie haben den Spieß umgedreht und alle Politiker des Landkreises und der Hansestadt zu einem gemeinsamen Jugendtalk unter dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst!“ eingeladen. 

Es ist kurz nach drei in der Alten Malzfabrik in Grevesmühlen. Gleich werden die geladenen Politiker*innen und Jugendlichen ankommen. Carlo, Lea, Finn und Max merkt man die Anspannung und Vorfreude an. „Ich finde die Idee solch einer Veranstaltung cool. So findet sie ja auch zum ersten Mal statt und ich freue mich vor allem auf den Austausch von uns Jugendlichen und der Politik“, erzählt mir  der dreizehnjährige Carlo, einer der Pressesprecher aus dem Kinder- und Jugendparlament Wismar und außerdem der Moderator des heutigen Jugendtalks. Lea (17), auch ein Mitglied im Kinder und Jugendparlament, ergänzt: „Ich hoffe, dass die Jugendlichen heute ihre Probleme und Ideen äußern. Und ich wünsche mir, dass die Politiker merken, dass es noch mehr Menschen gibt, als die Senioren und die arbeitende Bevölkerung in Wismar. Uns Jugendlichen kann man auch zuhören, denn wir haben gute Ideen, die es umzusetzen gilt.“

Der Jugendtalk wird in Form eines World Café umsetzt. Für Alle, die das nicht kennen: Beim World Café handelt es sich um eine Workshop-Methode, in der sich Menschen in einem sicheren Raum mit verschiedenen Themen auseinandersetzen können. Im Optimalfall entsteht ein konstruktives Gespräch, in dem alle Teilnehmer Gehör finden.  Heute gibt es drei Tische mit den Themen: Jugendgerechte Lebensbedingungen schaffen und sichern, Jugendclubs und Jugendeinrichtungen und den Tisch Sonstiges. Die Themen wurden im Vorfeld durch Vertreter des Kinder- und Jugendparlamentes und des Kinder- und Jugendrates NWM festgelegt. 

Und dann geht es auch schon los. Zwar ist die Beteiligung nicht so hoch ausgefallen wie erhofft, dennoch wird fleißig und fair diskutiert. Am Tisch „Jugendclubs und Jugendeinrichtungen“ gibt es viele Wünsche und Verbesserungsvorschläge: Längere Öffnungszeiten am Abend und angepasste Zeiten an den Wochenenden und Ferien,  Mitbestimmung bei der Auswahl der Aktivitäten, mehr Ausflüge, eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr,  weniger Hürden in der Bürokratie, eine gute Ausstattung an Spielen, Kooperation mit Betrieben zur Berufsorientierung, eine zeitgemäße WLAN Geschwindigkeit, feste Ansprechpartner, Rückzugsmöglichkeiten, eine Küche, Übernachtungsparties, die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen… Und so geht es weiter. Es ist eine lange Liste mit Wünschen und Anregungen, die die Politiker*innen an diesem Abend mit nach Hause nehmen. Und dann? Verschwindet diese Liste unter irgendwelchen Papierbergen? Dazu werden es die Jugendlichen nicht kommen lassen. Mitglieder des Kinder- und Jugendparlamentes wollen ihre Eindrücke von den Jugendeinrichtungen in Wismar der Bürgerschaft und dem Bürgermeister vorstellen. Diese Einladung wurde beim Jugendtalk durch die anwesenden Politiker und Politikerinnen ausgesprochen. Gut so. An diesem Nachmittag haben sich in Grevesmühlen Jugendliche bei der Politik Gehör verschafft und auf ihre Belange hingewiesen. Die Jugend hat klar artikuliert, dass sie genaue Vorstellungen von ihren Lebensbedingungen hat. Nun bleibt zu hoffen, dass die Politik die Jugend beim Wort nimmt.

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