Liebesverhalten : Allein und glücklich – eine Frage des Typs

Nicht alle Singles ticken ähnlich.
Nicht alle Singles ticken ähnlich.

Wissenschaftler untersuchten die Situation von Langzeitsingles – und unterscheiden dabei drei verschiedene Bindungsstile: Bindungsvermeidung, Bindungsangst und die sichere Bindung.

prignitzer.de von
05. Januar 2019, 16:00 Uhr

Wie geht es denjenigen, die länger ohne Partner sind? Wie sehr wünschen sie sich eine intime Beziehung? Das hänge vom Bindungsstil ab, schreibt das Magazin „Psychologie heute“ unter Berufung auf eine Studie der Psychologen Christopher A. Pepping und Geoff MacDonald. Die beiden Wissenschaftler untersuchten die Situation von Langzeitsingles – und unterschieden dabei drei verschiedene Bindungsstile: Bindungsvermeidung, Bindungsangst und die sichere Bindung.

Die Bindungsvermeider unter den Singles neigen demnach dazu, einer Beziehung aus dem Weg zu gehen. Sie spielen die Bedeutung von Beziehungen einerseits herunter und dämpfen ihre eigenen Hoffnungen, jemanden kennenzulernen – sehnen sich aber andererseits stark danach.

Das macht diese Singles unzufrieden. Viele können diese Unzufriedenheit jedoch ein Stück weit in einem Beruf kompensieren, in dem es mehr auf Autonomie ankommt als auf Bindung. Allerdings kehre sich dieser Effekt im Alter um. Dann könnten – um Nähe zu vermeiden – auch Hilfe und Unterstützung von anderen schwerer angenommen werden, stellen die Psychologen fest. Singles, die unter Bindungsangst leiden, gehen zwar Partnerschaften ein, haben aber Angst davor – allerdings auch vor dem Alleinsein.


Angst vor Zweisamkeit – und dem Alleinsein

Diese Singles haben ein höheres Risiko zu vereinsamen und an einer Depression zu erkranken. Einigen Bindungsängstlichen gelingt es jedoch, trotz Angst vor einer intimen Beziehung Freundschaften und Bekanntschaften zu pflegen, was ihnen hilft, mit dem für sie ambivalenten Singlestatus besser zurechtzukommen. Die optimistischen unter den bindungsängstlichen Alleinstehenden haben Hoffnung, wieder einen Partner zu finden, schreiben Pepping und MacDonald.

Am besten geht es offenbar den bindungssicheren Singles, vermutlich weil sie sich bewusst für diesen Status entschieden haben. Sie pflegen oft intensivere und mehr Freundschaften als Menschen, die in einer Beziehung sind. Das macht sie zufrieden und senkt das Depressionsrisiko.



Laut einer Umfrage zweier Onlinepartneragenturen leben in Deutschland 16,8 Millionen Singles. Sie bleiben im Durchschnitt sechs Jahre ohne Partner, in Großstädten noch ein Jahr länger.

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