BASF investiert in der Lausitz : Ausbau von Chemiewerk

Die Ultradur-Anlage der BASF Schwarzheide GmbH.
Die Ultradur-Anlage der BASF Schwarzheide GmbH.

BASF will den Lausitzer Schwarzheide mit Millioneninvestitionen erweitern / Chance für Batterietechnik

prignitzer.de von
16. März 2019, 05:00 Uhr

Die von der Braunkohle geprägte Lausitz kann weiter auf eine Batterie-Fabrik des Chemieriesen BASF hoffen. Der Bau einer Produktionsanlage werde für den Standort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) geprüft, teilte der Geschäftsführer der BASF Schwarzheide GmbH, Jürgen Fuchs mit. Die BASF zählt zu den Konsortien, die einen Förderantrag zum Bau einer Batteriefabrik beim Bundeswirtschaftsministerium stellten.

Das Unternehmen will am Standort in Südbrandenburg zudem langfristig einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Zum Beispiel soll das eigene Kraftwerk modernisiert werden. Dann könnte nicht nur erneuerbarer Strom in der Produktion mit eingesetzt werden, es sei auch möglich, Strom ins Netz mit einzuspeisen. Vor diesem Hintergrund plant das Unternehmen, in größerem Umfang neue Stellen zu schaffen. Eine genaue Zahl nannte das Unternehmen noch nicht.

Schwarzheide ist nach Angaben des Chemieunternehmens einer der größten Produktionsstandorte von BASF in Europa. Dort werden unter anderem Basislacke und Kunststoffe für die Automobilindustrie, Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel und Schaumstoffe für Sportschuhe und Matratzen hergestellt. Bei der BASF Schwarzheide GmbH arbeiten rund 2000 Mitarbeiter. Seinen Stammsitz hat der Chemiekonzern in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz.

Nach Schwarzheide zog es den Konzern bereits im Jahr 1990. Zu DDR-Zeiten hatte es dort mehrere volkseigene Betriebe gegeben. Zeitweise wurde dort zum Beispiel Unkrautbekämpfungsmittel hergestellt.

Schwarzheide wird von der Wirtschaft und Politik oft als gelungenes Beispiel dafür genannt, wie sich nach der Wende im Osten Industrie ansiedelte. Die Lausitz ist stark von der Braunkohle geprägt, aber es gibt auch die Schwerpunkte wie Metall, Chemie und Logistik. Es gibt in der Region viele kleine Firmen und einige Standorte großer Unternehmen - BASF ist ein Beispiel.

Im vergangenen Jahr hatte BASF nach eigenen Angaben 148 Millionen Euro in die Instandhaltung und Erweiterung von Produktionsanlagen und die Modernisierung der Infrastruktur investiert.

Anfang Februar hatten das Chemieunternehmen und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Ludwigshafen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin bekennt sich die BASF zum Ausbau des Standorts, das Land hat seine Unterstützung zugesagt. Woidke sagte der Deutschen Presse-Agentur, es stimme ihn optimistisch, dass BASF sich klar zur Lausitz bekenne. „Wir brauchen solche Partner, die auch neue und dauerhafte Industriearbeitsplätze schaffen. Sie haben eine Ankerfunktion für die gesamte Entwicklung in der Region“.

BASF Schwarzheide ist auch im Abschlussbericht der Kohlekommission - die vom Bund eingesetzt worden war - enthalten. Die Kommission hatte Vorschläge zum Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2038 vorgelegt. Deutschland plant aus Klimaschutzgründen die Abkehr von dem fossilen Energieträger. In der Lausitz in Sachsen und Brandenburg liegt das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands.

In dem Abschlussbericht wird etwa die Errichtung eines großen Umschlagterminals genannt. Schwarzheide könnte nach Angaben des Unternehmens wegen der Nähe zur neuen elektrifizierten Bahnstrecke Richtung Polen zu einer Logistikdrehscheibe werden.

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