Bildung : Land streicht Bildungsangebote

Stein des Anstoßes: Zum Beispiel wurde bereits ein Lehrer aus dem Planetarium im alten Wasserturm in Frankfurt-Neuberesinchen abgezogen.
Stein des Anstoßes: Zum Beispiel wurde bereits ein Lehrer aus dem Planetarium im alten Wasserturm in Frankfurt-Neuberesinchen abgezogen.

Unterrichtsprojekte außerhalb der Schule gefährdet

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24. August 2015, 17:43 Uhr

Das Bildungsministerium in Potsdam zieht weiter Lehrer aus außerschulischen Lernorten ab. Betroffen sind die Berufsorientierung, eine Sternwarte und die Zooschule in Fürstenwalde. Der Landeselternrat protestiert. Der Sprecher des Landeselternrates, Wolfgang Seelbach, sieht landesweit beliebte und bewährte außerschulische Unterrichtsprojekte in Gefahr. Er beklagt, dass die Lehrer aus den Projekten abgezogen werden und damit die wenigen Ansätze zur Motivation von Schülern und zur Praxisorientierung verloren gehen.

Als Beispiele nennt der Landeselternrat den Unterricht im Planetarium im alten Wasserturm in Frankfurt-Neuberesinchen. Der Abzug eines Lehrers für umweltpolitische Arbeit im Wildpark in Frankfurt (Oder) hatte bereits Proteste ausgelöst. Außerdem ist vorgesehen, dass die sogenannte Zooschule im Fürstenwalde (Oder-Spree) nicht mehr durch 15 Unterrichtsstunden einer Lehrerin unterstützt wird.

Der Landeselternrat kritisiert besonders die Kürzungen in Herzberg (Elbe-Elster). Das dortige Projekt hatte 2011 einen Preis für hervorragende Berufsorientierung der Schüler erhalten. Vor der Sommerpause hatte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) den Unterricht im Frankfurter Kleistmuseum durch eine Lehrerin beenden und den Einsatz von Pädagogen in Gedenkstätten reduzieren wollen. Beides war nach Kritik im Landtag rückgängig gemacht worden.

Das Bildungsministerium erklärte gestern, dass man die Reduzierung von geschätzten Angeboten außerschulischen Unterrichts bedauere. Allerdings würden dringend so viele Lehrer wie möglich in den Schulen selbst benötigt. Dabei sei jede einzelne Stunde wichtig, auch um Stundenausfall zu vermeiden, so Ministeriumssprecher Florian Engels. Schulklassen könnten auch weiterhin das Frankfurter Planetarium oder den Fürstenwalder Zoo besuchen. Allerdings ohne dass dafür Lehrer ständig abgestellt werden. Auch die Projekte zur Berufsorientierung könnten fortgeführt werden, so Engels.Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften sieht das Problem in der generell zu geringen Lehrerzahl an Brandenburgs Schulen. Vor allem die Ganztagsschulen sind laut dem Landesvorsitzenden Günther Fuchs schlecht ausgestattet. Damit fehle die Möglichkeit, Unterricht an außerschulischen Lernorten zu organisieren. Der Gewerkschafter schätzt, dass 300 bis 400 Lehrerstellen an den Ganztagsschulen Brandenburgs fehlen, um entsprechende Angebote zu ermöglichen. „Wir wollen in Brandenburg immer alles, aber dann ist es nie richtig ausfinanziert“, sagt Fuchs.

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