Potsdam : Dekra fordert mehr Sicherheit für Lkw & Co.

2017 starben 148 Menschen auf märkischen Straßen, 2018 bereits 69.
2017 starben 148 Menschen auf märkischen Straßen, 2018 bereits 69.

Mit 148 Verkehrstoten starben 2017 die meisten Menschen auf Brandenburgs Straßen.

prignitzer.de von
11. Juli 2018, 05:00 Uhr

Die Prüfgesellschaft Dekra fordert angesichts vergleichsweise vieler tödlicher Unfälle in Brandenburg mehr Engagement für die Sicherheit vor allem von Nutzfahrzeugen. So solle etwa ein elektronischer Abbiege-Assistent für Lastwagen, der vor Radfahrern warnt, Pflicht werden, hieß es gestern bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsreports 2018.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will beim Thema Abbiege-Assistent „Tempo machen“, wie er ebenfalls am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“ sagte. Die EU will eine Pflicht für neue Lkw erst ab 2022 erlassen.

Die Dekra hat indes weitere Ideen für mehr Sicherheit: So sollten Berufskraftfahrer besser über bereits vorhandene Systeme wie Notbremsassistenten aufgeklärt werden. Auch Ablenkung am Steuer – etwa durch Smartphones – sei ein wichtiges Thema, das stärker kontrolliert gehöre. Zudem könne die Infrastruktur verbessert werden, etwa durch bei Bedarf blinkende Warnlichter an Kreuzungen.

Die Technik des autonomen Fahrens – bei der Fahrzeuge automatisch gesteuert werden – biete ebenfalls Potenzial, hieß es weiter. Die Dekra will aus der ehemaligen Rennstrecke Lausitzring ein Testzentrum für die Technologie machen. Die Gesellschaft hatte in ihrem Report in diesem Jahr einen Fokus auf den wachsenden Güterverkehr gelegt.

Im vergangenen Jahr starben bei Verkehrsunfällen auf Brandenburgs Straßen bezogen auf die Einwohnerzahl im Ländervergleich die meisten Menschen. 148 Verkehrstote entsprachen 22,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Langfristig ist die Zahl aber gesunken. So gab es kurz nach der Wende 1991 noch 931 Verkehrstote.

Die Vision von null Verkehrstoten sei dennoch in weiter Ferne, beklagten die Dekra-Niederlassungsleiter von Potsdam und Oranienburg, Dirk Benndorf und Jens-Peter Schultze. Die Entwicklung in Brandenburg sei leider negativ, beklagte Benndorf. Das Land könne mit dem entgegengesetzten bundesweiten Trend derzeit nicht Schritt halten.

Nach jüngsten Zahlen des Polizeipräsidiums starben im ersten Halbjahr dieses Jahres 69 Menschen auf Brandenburgs Straßen – etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum. Als Hauptursache gilt nach wie vor zu hohe Geschwindigkeit. Lastwagen-Fahrer verursachten indes von Januar bis Juni sieben Prozent weniger Unfälle als zuvor. Dabei kamen jedoch deutlich mehr Menschen ums Leben (17 im Vergleich zu 9).

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