Brandenburg : Der Kuckuck singt zweisprachig

prignitzer.de von
07. Januar 2019, 09:17 Uhr

Frankfurt (Oder) Seit Oktober gibt es sie offiziell, die „Kukułeczkis“ („kleine Kuckucke“). Die andere Sprache müssen sie nicht unbedingt verstehen, wenn sie deutsch-polnische Lieder singen.

„Czesc, tschüss, alles Gute“, sagt Piotr Pakulski zur Sängerin. Sie umarmt ihn, gibt ihm einen Kuss auf die Wange, tätschelt ihm den Arm. „Vieles versteht sich ohne Übersetzung“, erklärt Heide Schwaneberg. Sie und Piotr Pakulski leiten den deutsch-polnischen Chor „Kukułeczkis“, der aus dem Frankfurter Chor „Lebensfreude“ und dem polnischen Chor „Konsonans“ besteht. Zwar sprechen Pakulski und zwei Frauen aus seinem Chor Deutsch. Aber wenn man Sympathie füreinander empfinde, sei reden gar nicht immer nötig, sagt Heide Schwaneberg.

Die Rentnerin lernt Polnisch, „nicht fließend, sondern für die Aussprache“, wie sie sagt. Bei einem Sprachkurs lernen deutsche von polnischen Frauen und umgekehrt. Der Kontakt zur Sprache, sagt Schwaneberg, erleichtere ihr den Kontakt zu den polnischen Chorfrauen. Zu diesen kam sie durch Zufall vor ein paar Jahren. Nach einem gemeinsamen Auftritt verloren sich beide Chöre aus den Augen. Vor zwei Jahren fanden sie wieder zusammen, im Sommer darauf sangen sie gemeinsam. Die Chorvereinigung erfolgte im Oktober.

Beim „Weihnachtlichen Präludium“ traten sie 2017 im Collegium Polonicum in Slubice auf, ein Jahr später im Frankfurter Kleist Forum unter ihrem nun gemeinsamen Namen. „Lulajze, Jezuniu“, ein polnisches Weihnachtslied, steht in Heide Schwanebergs Gesangsbuch. Darüber hat sie aus „Jezuniu“ in Lautschrift „Jäsunju“ geschrieben – dass ihre deutschen Chorkolleginnen es auch aussprechen können.

Zu den Kuckucken zählen auch Kinder des Kinderheims „asza Chata Cybinka.

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