Digitale Infrastruktur : Funklochmelder zeigt Wirkung

Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister, steigt in den mobilen Funkmasten in Kleßen-Görne.
Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister, steigt in den mobilen Funkmasten in Kleßen-Görne.

Kleßen-Görne im Havelland wartete zehn Jahre auf Mobilfunkversorgung, Zwei mobile Funkmasten in Betrieb genommen

prignitzer.de von
11. Juli 2018, 21:00 Uhr

Die Brandenburger Landesregierung hat die Deutsche Telekom und die Bundesregierung aufgefordert, endlich für eine flächendeckende Mobilfunk-Versorgung auch in ländlichen Gebieten zu sorgen. Anlass war eine Aktion des Bundesministers für digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer (CSU), der in dem Dorf Kleßen-Görne im Landkreis Havelland zwei mobile Funkmasten in Betrieb nahm. „Das Dorf, dem seit über zehn Jahren Mobilfunk versprochen wird, bekommt endlich Anschluss“, teilte das Bundesministerium mit.

„Bislang hieß es von Seiten der Mobilfunkbetreiber immer, dass eine wirtschaftliche Lösung unter anderem für die Gemeinde Kleßen-Görne nicht möglich wäre“, sagte Brandenburgs Staatskanzleichef Martin Gorholt (SPD). Daher sei der Anschluss des Dorfes mit 360 Einwohnern ans Mobilfunknetz sehr zu begrüßen. „Das lässt hoffen, dass das Wirtschaftlichkeitsargument nicht mehr ganz oben auf der Agenda der Telekom steht und davon auch andere Standorte profitieren.“

Finanzminister Christian Görke (Linke) forderte Minister Scheuer auf, den Mobilfunk als Universaldienst im Telekommunikationsgesetz festzuschreiben. „Denn das ist aus meiner Sicht Mindeststandard, der jedem zusteht“, sagte Görke. „Und nur so können die auch im Land Brandenburg noch vorhandenen Funklöcher zügig und flächendeckend geschlossen werden.“

Die CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag hatte im vergangenen Jahr die Bürger aufgerufen, Funklöcher zu melden. Daraufhin waren mehr als 23 000 Meldungen, auch aus Kleßen-Görne, über mangelhaften Handyempfang eingegangen. Die Errichtung der Mobilfunkmasten in Kleßen-Görne sei ein schöner Beleg dafür, dass der Funklochmelder Wirkung habe, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dierk Homeyer. Er betonte aber auch: „Wir sind noch lange nicht am Ziel. Es gibt viele Brandenburger, die immer noch dazu verdammt sind, im Funkloch zu leben. Bevor sich das nicht ändert, werden wir keine Ruhe geben.“ Und Homeyer fordert weiter: „Wir erwarten, dass sich Landesregierung, Mobilfunkunternehmen und der Bund weiter im Sinne der Brandenburger engagieren.“

Mit seiner Aktion in dem kleinen brandenburgischen Dorf wollte Scheuer ein Signal für den Mobilfunk-Gipfel am Donnerstag in Berlin setzen. Dabei will der Minister mit den Telekommunikationsunternehmen und den Ländern über Maßnahmen diskutieren, um die Mobilfunkversorgung in Deutschland zu garantieren.

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