Klima-Theater : „Greta“ auf der Bühne

Die Schauspieler Tracy Neumann als „Annegret“ und Konstantin Walter als „Hannes“ proben für „Greta“. Schule, Freunde, das erste Mal knutschen und zu Fridays-for-Future gehen.
Die Schauspieler Tracy Neumann als „Annegret“ und Konstantin Walter als „Hannes“ proben für „Greta“. Schule, Freunde, das erste Mal knutschen und zu Fridays-for-Future gehen.

Das Piccolo Jugendtheater zeigt das Leben einer 16-Jährigen / Es geht aber nicht um Greta Thunberg

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02. November 2019, 05:00 Uhr

Von einem Freitag zum nächsten kann viel passieren. Die junge Annegret wollte nur einige Mitschüler motivieren, zur nächsten Fridays-for-Future-Demo zu gehen. Auf einmal ist sie der Kopf einer Klima-Bewegung und erntet dafür viel Hass der Öffentlichkeit. Das neue Stück „Greta“ vom Piccolo Theater feiert am Sonntag in Cottbus Premiere.„Ich wurde Anfang des Jahres darum gebeten, ein Stück über Greta Thunberg und die Jugendbewegung Fridays-for-Future zu schreiben. Da musste ich erstmal googlen“, gibt Daniel Ratthei, Autor und Regisseur des Stückes, zu. „Das war noch, bevor der mediale Hype um Greta losging.“ Er habe sich früh entschieden, nicht die echte Greta als Figur auf die Bühne zu bringen. Es würden beinahe täglich neue Meldungen über die junge Klimaaktivistin erscheinen. Somit wäre es kaum möglich ein Stück über Greta Thunberg zu schreiben, welches zur Aufführung noch aktuell sei, meinte Ratthei.

Seine fiktive Annegret, von ihren Freunden Greta genannt, unterscheide sich besonders charakterlich von der schwedischen Klimaaktivistin. „Sie ist etwas naiv, verfolgt keine klare Linie und lässt sich eher von ihren Gefühlen leiten“, sagte Ratthei. „Durch den gleichaltrigen Hannes lernt sie die Fridays-for-Future-Bewegung besser kennen.“ Sie eigne sich Wissen an, übe sich im Plastikverzicht und versuche dabei immer, auch die Gegenseite zu verstehen. Ihr Handeln sei weniger ein strenger Kampf, wie Thunberg ihn führe, mehr ein Herantasten, ein Abwegen und Lernen.

Schauspielerin Tracy Neumann habe in Vorbereitung auf ihre Rolle als Annegret eine Fridays-for-Future Demonstration in Cottbus besucht. Bereits vor der Arbeit an „Greta“ interessierte sich Neumann für Zero-Waste, also den Verzicht auf Abfall. Damit einher gehe für sie, Plastik zu vermeiden und bewusster zu konsumieren. „Seitdem ich mich mehr mit der Thematik beschäftige, sehe ich überall Plastikdeckel und Kaffeebecher herumliegen. Ich achte jetzt noch mehr darauf als vorher schon“, erzählte Neumann.

Das gesamte Theater soll laut Pressesprecher Mattias Heine nachhaltiger werden. Passend zum Motto der Spielzeit „Piccolo for Future“ werde besonders auf einen sparsamen Energieverbrauch geachtet. „Wir werden auch die nächsten Fridays-for-Future Demonstratonen hier in Cottbus technisch unterstützen. Gern stellen wir unsere Mikrofone und Anlagen zur Verfügung.“ „Greta“ hat ihre Uraufführung am 2. November im Schlosstheater Celle.

Einen Tag später feiert das Stück in Cottbus Premiere und wird bis ins neue Jahr im Piccolo Theater aufgeführt.

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