Brandenburg : Illegale Bestattungen: Die Urne nach Hause holen?

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Grüne kritisieren Werbung für illegale Bestattungen

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11. September 2019, 05:00 Uhr

In Brandenburg wird offenbar öffentlich für gesetzeswidrige Bestattungen geworben. So werbe das Unternehmen „Märkische Feuerbestattung“ mit Firmensitz in Tschechien für eine „Alternative Baumbestattung zu Hause“, kritisierte der Landtagsabgeordnete Axel Vogel (Bündnis 90/Grüne) in einer Anfrage an die Landesregierung.

Auf der Internetseite des Unternehmens heißt es wörtlich, es sei „keine Straftat, die Urne bei sich zu Hause im Garten beizusetzen. Es ist eine Ordnungswidrigkeit in Deutschland. Das stimmt. Allerdings ist der Verdacht einer Ordnungswidrigkeit für eine deutsche Behörde nie Grund zu drakonischen Maßnahmen, wie zum Beispiel Hausdurchsuchungen. Wegen der Unverhältnismäßigkeit wären solche Maßnahmen auch unzulässig.“

In ihrer Antwort auf die Anfrage erklärte die Landesregierung, dass ordnungswidrig handle, „wer die Totenasche ganz oder teilweise der Beisetzung entzieht oder die Möglichkeit der Entziehung vermittelt“. Auch das Werben dafür stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

Unternehmern, die sich mehrfach ordnungswidrig verhielten, könne deswegen die weitere Ausübung ihres Gewerbes untersagt werden. Konkrete Maßnahmen müssten allerdings die Kommunen ergreifen.

Brandenburg hatte im vergangenen Jahr das Bestattungsrecht umfassend reformiert. Danach ist Entnahme von Totenasche aus der Urne für Erinnerungsgegenstände wie beispielsweise Diamanten anders als zunächst geplant weiter verboten. Darauf hatte sich der Landtag bereits Ende Juni 2018 verständigt. Gegen die Möglichkeit zur Entnahme von Asche bei Feuerbestattungen hatten sich auch die Kirchen ausgesprochen.

Urnenbestattungen haben mittlerweile spürbare Folgen für die Friedhöfe. Der Trend geht zu nicht mehr benötigten Freiflächen. Diese verursachten weiterhin hohe Pflege- und Unterhaltungskosten, daher strebten viele Friedhofsträger eine anderweitige Nutzung oder den Verkauf solcher Areale an, teilte die Verbraucherinitiative Bestattungskultur „Aeternitas“ gestern mit. In Deutschland werden den Angaben zufolge mittlerweile mehr als zwei Drittel der Verstorbenen eingeäschert, vor 25 Jahren war das Verhältnis zwischen Erd- und Feuerbestattungen noch umgekehrt. Urnengräber benötigten jedoch allesamt weitaus weniger Platz als Sarggräber

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