Potsdam : Kaum schnelles Internet an Schulen

Die 16-jährigen Schülerinnen Emma und Katharina (r.) arbeiten an der Voltaire-Schule in Potsdam an Computer und Tablet. An schnellem Internet mangelt es an den meisten Brandenburger Schulen aber noch.
Die 16-jährigen Schülerinnen Emma und Katharina (r.) arbeiten an der Voltaire-Schule in Potsdam an Computer und Tablet. An schnellem Internet mangelt es an den meisten Brandenburger Schulen aber noch.

Von 725 öffentlichen Schulen sind in Brandenburg nur 132 ausreichend ausgestattet.

prignitzer.de von
16. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Die meisten Schulen in Brandenburg warten noch immer auf einen schnellen Internetanschluss. Von 725 öffentlichen Schulen des Landes haben nach jüngsten Zahlen nur 132 einen Internetanschluss mit einer Datenrate von mindestens 25 Megabit/Sekunde, wie das Bildungsministerium in Potsdam auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag mitteilte. Die Christdemokraten verweisen darauf, dass Bildungseinrichtungen, an denen das Internet eine Datenversorgungsrate von weniger als 30 Mbit/s dauerhaft gewährleistet, laut Breitbandversorgungsstrategie der Bundesregierung als unterversorgt gelten.

Am schlechtesten ausgestattet sind in Brandenburg die 404 Grundschulen, von denen nur 60 über schnelles Internet verfügen. Von den 117 Oberschulen sind 24, von den 80 Förderschulen 13 und von 77 Gymnasien 23 relativ gut versorgt. Von den 22 Gesamtschulen verfügen nur sechs über einen schnellen Netzanschluss; von den 25 Berufsschulen ebenfalls nur sechs . Die aus einer Erhebung Ende März des vergangenen Jahres stammenden Angaben beziehen sich auf das gesamte Schulgelände.

Daten über die Netzverfügbarkeit in den einzelnen Klassenräumen lägen nicht vor, hieß es. Den Angaben des Bildungsministeriums zufolge unterstützt Brandenburg den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur mit 57 Millionen Euro aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung EFRE. Weitere Verbesserungen seien in den nächsten Jahren mit der Umsetzung des Bundesförderprogramms zum Breitbandausbau zu erwarten, hieß es. Darüber hinaus wolle der Bund im Rahmen des sogenannten DigitalPakts Schule von 2019 bis 2023 die Infrastruktur von Schulen gezielt fördern, heißt es in der Antwort an die CDU weiter. In Kombination der Fördermaßnahmen bestehe die Möglichkeit, an den Schulen „die überwiegende Mehrzahl der „weißen Flecken zu schließen“.

Nach Ansicht des CDU-Bildungsexperten Gordon Hoffmann hat die Brandenburger Landesregierung die Digitalisierung an den Schulen „komplett verschlafen“. Es fehle ein entsprechendes Konzept mit einem vernünftigen Ziel, sagte er auf Anfrage. Notwendig sei eine eigene Initiative. „Brandenburg kann sich nicht darauf verlassen, was andere machen“, sagte Hoffmann.

Mit dem DigitalPakt, über den sich Bund und Länder bis Ende dieses Jahres einigen wollen, soll die Ausstattung der Schulen mit schnellem Internet und digitaler Technik verbessert werden. Vorgesehen sind auch entsprechende Qualifizierungskurse für Lehrer.

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