Brandenburgischer Museumsverband : Museen brauchen mehr Platz

Die alte Bischofsburg in Wittstock ist zu eng geworden für die umfangreichen Sammlungen ihrer Museen.
Die alte Bischofsburg in Wittstock ist zu eng geworden für die umfangreichen Sammlungen ihrer Museen.

Während einige Einrichtungen schon seit Jahren geeignete Räume für ihre Exponate suchen, haben andere kaum Grund zur Klage

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14. Januar 2020, 05:00 Uhr

Museen in Brandenburg wissen langfristig nicht, wo sie ihre Exponate unterbringen können. Dabei geht es nicht immer um Mangel an Raum für Depots und Magazine, sondern um geeignete Lagermöglichkeiten. „Zu oft sind einzelne Sammlungen auch mangelhaft untergebracht“, sagte die Geschäftsführerin des Brandenburgischen Museumsverbands, Susanne Köstering.

Bei Sanierungen stünden meist die Museumsgebäude mit den Ausstellungsbereichen im Blick. Die Situation in vorhandenen Alt- oder Außendepots werde nicht verbessert. Die problematischen Lagerbedingungen führten in manchen Fällen zu Schimmelbefall und allmählichen Verlusten in den Sammlungen.

Eng werde es zunehmend für mehrere 10 000 Objekte, die sich im Inventar der Kreismuseen „Alte Bischofsburg“ in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) befinden. Dazu gehört auch Deutschlands einziges Museum zum Dreißigjährigen Krieg. Seit Jahren sucht Museumsleiterin Antje Zeiger nach geeigneten Außenmagazinen. „Derzeit haben wir zwar zwei Depots in der Stadt, die sind aber nicht optimal“, sagte sie. Neben dem Sicherheitsaspekt spielten klimatische Bedingungen eine wichtige Rolle. „In ein feuchtes Gebäude brauchen wir nicht umziehen.“ Zeiger setzt vor allem auf Unterstützung des Landkreises, Träger des Museums, aber auch auf die Stadt.

Trotz der riesigen Stahlhalle von 60 mal 80 Metern hätte auch das Industriemuseum in Brandenburg an der Havel gern mehr Platz für seine Exponate. „Die Halle ist aber zugleich Denkmal und passender Originalraum zur Ausstellung“, sagte Museumsmitarbeiter Alexander Wündrich. Es sei schwer, baulich etwas zu verändern. Falls tatsächlich Anbauten für Depots notwendig würden, müsse man das mit dem Eigentümer des Objekts klären. Entscheidend sei auch wieder die Finanzierung. Dem Förderverein Stahlmuseum stünden nur wenige Mittel zur Verfügung.

In einer statistischen Erhebung des Museumsverbands, die das Land 2017 gefördert hatte, wurde Handlungsbedarf bei der Depotsituation und der Sammlungspflege gesehen, wie Stephan Breiding, Sprecher des Kulturministeriums, sagte. Förderprogramme wie „Kulturelle Anker“ sollen Museen in kommunaler Trägerschaft unterstützen. 2019 standen dafür 370 000 Euro bereit. Im Förderprogramm zur Digitalisierung des Kulturellen Erbes werden jährlich 100  000 Euro vergeben.

Für die großen musealen Ausstellungen und Stiftungen, für die das Land direkt zuständig sei, werde viel bewegt, sagte Breiding. So solle für das Landesmuseum für moderne Kunst am Standort Frankfurt (Oder) in den kommenden Jahren das frühere Lichtspieltheater als Ausstellungsfläche saniert und umgebaut werden. Auch die Ausstellungsfläche im Potsdamer Kutschstall werde umgebaut. Das unterstütze das Land mit rund 3,7 Millionen Euro.2018 wurde zudem das Zentrale Kunstgutdepot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eröffnet. Die Baukosten in Höhe von rund zwölf Millionen Euro wurden nach Ministeriumsangaben von den Ländern Brandenburg und Berlin sowie dem Bund getragen. Gleich nebenan solle zudem noch ein Skulpturendepot entstehen, sagte Stiftungssprecher Frank Kallensee. Im Jahr 2017 bezogenen Wissenschafts- und Restaurierungszentrum am Rande des Parks von Sanssouci befinde sich neben den Restaurierungswerkstätten vor allem die umfangreiche Graphische Sammlung.

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