Neues Bauen : Potsdams Rückkehr der Platte

Acht-Ecken-Häuser: Rechts steht das historische Vorbild, links entsteht der Zwilling in Plattenbauweise.
Acht-Ecken-Häuser: Rechts steht das historische Vorbild, links entsteht der Zwilling in Plattenbauweise.

Vorgebaute Barockfassade soll dem Vorgängerbau entsprechen

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14. August 2019, 05:00 Uhr

In Potsdams Innenstadt erlebt der Plattenbau eine Renaissance. Ein Jahr, nachdem die frühere Fachhochschule am Alten Markt  abgerissen wurde, stapeln sich gegenüber des Grundstücks vorgefertigte Geschossteile. Es gebe aber einen großen Unterschied, betont Winfried Hammann, Vorstand der Bürgerstadt AG, die das Gebäude errichtet. Statt Beton handelt es sich um gepresste Tonkugeln, die besondere isolierende Fähigkeiten mitbringen und das Wohnklima positiv beeinflussen sollen.

Seit Wochen rollen Tieflader in die Innenstadt und liefern vorgefertigte Häuserteile ab. Nach der Fertigstellung wird man dem Gebäude die Bauweise nicht ansehen. Es erhält nach Vorgaben der Stadt eine Barockfassade wie sein nördlicher Zwilling.

An dieser Stelle befand sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein prominentes Bauensemble: der Acht-Ecken-Platz. An der Kreuzung standen vier gleiche Bauten, mit konkaven Rundungen statt Spitzen. Jedes Haus zeigte mit zwei Kanten oder Ecken zum Platz. Eines blieb im Original erhalten, das zweite wird rekonstruiert. Die anderen folgen, wenn das Areal der Ex-Fachhochschule bebaut wird – aber mit größerem Abstand, da die Straße heute breiter ist als im Original.

Der Neubau hat schon einen Namen: Musikerhaus. In den besonders isolierten Wohnungen sollen Musiker üben können, ohne die Nachbarn zu stören.


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