Brandenburger Gesundheitsbericht 2017 : Prignitzer sind am häufigsten krank

Psychische Erkrankungen  btreten im Land am häufigsten auf Fotos: dpa/collage: dens
Psychische Erkrankungen btreten im Land am häufigsten auf Fotos: dpa/collage: dens

Potsdam weist niedrigsten Krankenstand auf - Psychische Probleme bleiben die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle

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12. Januar 2018, 05:00 Uhr

In der Prignitz sind die Arbeitnehmer am meisten krank gewesen. In Potsdam, Cottbus, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz sind sie dagegen am Gesündesten. Das geht aus dem Länderübergreifenden Gesundheitsbericht 2017 hervor, den Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) und Berlins Gesundheitsstaatssekretär Boris Velter gestern in der Hauptstadt vorstellten. Erarbeitet wurde der Bericht vom Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Gesetzlichen Unfallversicherung und der Deutschen Rentenversicherung.

Demnach lag der durchschnittliche Krankenstand in der Prignitz 2016 bei 6,6 Prozent. In der Uckermark betrug er 6,2 Prozent, ebenso wie im Landkreis Dahme Spreewald 6,2 Prozent. In Elbe-Elster lag er bei 6 Prozent. Dagegen betrug der Krankenstand in Potsdam nur 5,1 Prozent, in Cottbus 5,5 Prozent, in Spree-Neiße 5,6 Prozent und in Oberspreewald-Lausitz 5,7 Prozent. In Berlin lag der Krankenstand bei 5,1 Prozent, dies entsprach auch etwa dem Bundesdurchschnitt von 5,0 Prozent.

Die häufigsten Krankheiten in Brandenburg waren „Psychische und Verhaltensstörungen“, die für rund 39,4 Prozent aller Krankschreibungen verantwortlich waren. Krebserkrankungen und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems folgten auf den Plätzen zwei und drei. „Die Zunahme von psychischen Belastungen an nahezu allen Arbeitsplätzen ist ein ernstes Thema, dem wir uns widmen müssen“, sagte Ministerin Golze. „Moderne Kommunikationstechniken machten das Arbeiten flexibler, sie führen aber auch zu mehr Arbeitsverdichtung, ständiger Erreichbarkeit und unvorhersehbar wechselnden Arbeitszeiten.“ Diese neue Freiheit dürfe nicht zu Lasten der Gesundheit gehen. Das Gebot der Stunde sei deswegen die Prävention, so die Ministerin. „Zur guten Arbeit gehören neben einem guten Lohn eben auch ein guter Arbeitsschutz und gute Arbeitsbedingungen.“

Am meisten waren in Brandenburg Angestellte der öffentlichen Verwaltung, der Bundeswehr und der Sozialversicherungen krank. Die geringsten Krankenstände hatte dagegen das Baugewerbe mit nur 5,7 Prozent und der Bereich Erziehung und Unterricht mit 5,8 Prozent.

Die Daten sind aber mit Vorsicht zu genießen, da die Daten der privaten Krankenkassen in der Statistik nicht enthalten sind. Gutverdiener fehlen in der Statistik ebenso wie verbeamtete Lehrer und Polizisten, die über die Beihilfe krankenversichert sind.

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