NABU-Zählung : Weniger Vögel am Futterhaus

Eine Amsel bei der Futtersuche.
Eine Amsel bei der Futtersuche.

Milder Winter bringt Zugverhalten durcheinander. Zählung geht weiter

prignitzer.de von
10. Januar 2019, 06:49 Uhr

Nach dem ersten Wochenende der NABU-Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ zeichnet sich ab, dass durch das milde Wetter in ganz Europa weniger Vögel aus dem Norden und Osten Europas die Futterstellen nutzen. Waldvögel wie Buntspecht, Kleiber und Eichelhäher finden derzeit in den schneefreien Wäldern genügend Nahrung und wurden daher weniger an den Futterstellen im Garten gesichtet, teilte der Nabu gestern mit. Momentan führt der Haussperling vor Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel die Rangliste der Sichtungen in Brandenburg an.

Genau beobachten die Naturschützer die Daten zu Amselsichtungen. „Es scheint“, so Manuela Brecht, Naturschutzreferentin beim NABU Brandenburg „dass sich in unserer Region das Usutu-Virus, welches in anderen Gegenden Deutschlands die Amselpopulation stark reduziert, noch nicht so stark ausgewirkt hat. Genaueres lässt sich aber erst nach der Frühjahrszählung „Stunde der Gartenvögel“ sagen. Aufgrund des milden Winters sind die hier brütenden Amseln noch gar nicht weggezogen und skandinavische Amseln fliegen zusätzlich ein. Das führt dazu, dass wir momentan gegenüber dem Vorjahr sogar ein leichtes Plus von fünf Prozent haben.“

Ähnlich, aber auf wesentlich niedrigerem Niveau, scheint es beim Star, dem Vogel des Jahres 2018, zu sein. Da das Wetter so mild ist, sind einige der bei uns brütenden Vögel noch nicht in den Süden gezogen, Einflüge aus Skandinavien kommen hinzu. Bei den Staren konnte man in diesem Jahr die Auswirkungen der extremen Trockenheit gut beobachten.

Sie brüteten kein zweites Mal und bildeten schon früh Schwärme, allerdings mit relativ wenigen Tieren, die besonders häufig in Brandenburg zu beobachten waren.

Weiterhin bergab geht es mit dem Grünfink. Bundesweit reduziert die Ansteckung mit Trichomoniasis die Grünfinkenbestände. „Wir hoffen, dass die größte Infektionswelle in Brandenburg vorbei ist und sich die Bestände demnächst stabilisieren, wenn auch auf niedrigem Niveau“, so Brecht.

Vogelfreunde können noch bis zum 15. Januar Beobachtungen dem NABU melden.

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