Die 25.Landpartie : Werbung für ländlichen Raum

Trecker-Fan Ralf Wittke trägt ein Schild mit der Aufschrift «Brandenburger Landpartie», über seinen Hof
Trecker-Fan Ralf Wittke trägt ein Schild mit der Aufschrift «Brandenburger Landpartie», über seinen Hof

Programmheft für Brandenburger Landpartie mit diversen Fehlern - Fokus auf sonst weniger beachtete Regionen

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13. Juni 2019, 05:00 Uhr

Es gibt Hofführungen und Rundfahrten mit dem Trecker. Auf manchen Höfen stehen Reitpferde bereit, anderswo kann man Imkern über die Schulter sehen. Molkereien und Fischzüchter öffnen ihre Türen, Brennereien und Straußenfarmer. Zum 25. Mal findet am Wochenende die „Brandenburger Landpartie“ statt. Rund 100 000 Besucher werden auf 225 Höfen in 196 Orten erwartet, sagte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch. „Wir wollen Werbung für die Landwirtschaft machen.“ Die Landpartei, die 1994 „ganz klein angefangen“ habe, sei die publikumsstärkste Veranstaltung für Marketing im ländlichen Raum geworden. „Es gilt ein Stück Mut zu machen, nach dem Dürrejahr 2018, dass die Menschen zur Landwirtschaft und zum ländlichen Raum stehen.“

Eröffnet wird die Landpartie auf dem Reha-Gut Kemlitz in Dahme (Mark). Ein Betrieb, der Menschen mit Handicap in die Produktion einbezieht. „Besucher erfahren, wie Lebensmittel entstehen“, sagte Betriebsleiter Heiko Terno, zugleich Vizepräsident des Landesbauernverbands. Ein Traktor mit Anhänger fährt Gäste durch die Ställe, auch ein historisches Treckertreffen gibt es in Kemlitz. „Wir wollen, dass keine offenen Fragen bleiben“, so Terno. „Jeder kann sich hier alles angucken.“ Der Betrieb habe das „Märkische Kartoffelschwein“ ins Leben gerufen, eine speziell gezüchtete Schweinerasse, die mit den Kartoffeln des Gutes gefüttert und von einer örtlichen Fleischerei verarbeitet wird. Damit halten wir die Wertschöpfung am Ort.“

Die Geschäftsführerin des Landfrauenverbands Brandenburg, Anja Faber, machte deutlich, dass das Leben im Dorf „nicht immer cool“ sei. „Wir wollen, dass auch unsere Kinder hier einen Job finden. Wir wollen Menschen in grüne Berufe bringen. Und wir müssen über fehlende Infrastruktur auf dem Land reden.“ Was das heißt, werden Besucher der Landpartie eventuell am eigenen Leib erfahren. Denn das Programmheft ist mit Vorsicht zu genießen – etwa wenn es bei den Anreisempfehlungen heißt „Bus im Ort“ und „Bus direkt vor der Haustür“. Dass es sich manchmal nur um Rufbusse handelt wie in Klein Warnow in der Prignitz, oder dass Haltestellen am Wochenende mancherorts nicht bedient werden, erwähnt das Programmheft nicht.

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