Weihnachtsaktion : Geld für Wünschewagen: Spendenaktion mit Rekordergebnis

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Mit sagenhaften 208 200 Euro Spenden unserer Leser wurde am Donnerstag die Weihnachtsaktion unserer Zeitung abgeschlossen. Das Geld kommt dem Wünschewagen in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg zugute.

Karin.jpg von
16. Januar 2020, 16:53 Uhr

Es war ein wenig wie in der Geschichte vom süßen Brei. „Das hörte gar nicht mehr auf“, sagte der stellvertretende Chefredakteur Max-Stefan Koslik beim Abschluss unserer diesjährigen Weihnachtsspendenaktion zu Gunsten des ASB-Wünschewagens. „Atme, atme, atme!“, hätte sie sich immer wieder gesagt, wenn sie auf dem Computermonitor dabei zuschauen konnte, wie der Kontostand wuchs, erzählte auch Cindy Schönknecht vom ASB in Brandenburg. Und die Projektkoordinatorin für den Wünschewagen in Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Hartwig, fasste es in einem Wort zusammen: „Wahnsinn!“

Ergebnis liegt bei 208 200 Euro

Der Spendenstand erreichte eine Summe, die noch nie zuvor von den Leserinnen und Lesern der „Schweriner Volkszeitung“, der “Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ und des „Prignitzer“ zusammengetragen worden ist. 208 011 Euro standen am Nachmittag auf dem Scheck, der für die symbolische Übergabe durch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vorbereitet worden war. Doch auch das war noch nicht der letzte Stand, denn die Schirmherrin der Aktion rundete den Betrag noch einmal auf, sodass das Ergebnis jetzt bei 208 200 Euro liegt.

Ein Betrag, mit dem auch in der Redaktion niemand gerechnet hatte. Schließlich war es nun schon das dritte Jahr in Folge, in dem wir Sie um Spenden für den ASB-Wünschewagen gebeten haben. Doch die Schirmherrin fand dafür eine gute Erklärung: „Bei den Medien muss es ja meist etwas Neues sein – aber an dieser Stelle war es ganz richtig, dass die Zeitung auf Kontinuität gesetzt hat“, so Manuela Schwesig. „Denn das Projekt geht jedem ans Herz.“ Schwesig bedankte sich bei allen Spendern, bei der Redaktion, aber vor allem auch bei den vielen Ehrenamtlern, die ihre freie Zeit dafür opfern, anderen einen letzten Wunsch zu erfüllen. Es sei eine wichtige, aber auch schwere Arbeit, die sie leisteten, lobte Schwesig.

Trotz Erkrankung Schirmherrin

Sie selbst hatte sich trotz ihrer im Spätsommer bekannt gewordenen Krebserkrankung bereit erklärt, auch in diesem Jahr als Schirmherrin für unsere Spendenaktion zu fungieren. „Zum Leben gehören nun mal nicht nur Gesundheit, Glück und Erfolg, sondern auch schwere Schicksalsschläge“, erklärte die Ministerpräsidentin. Zuspruch zu erfahren, zu wissen, dass Menschen da sind, die zu einem stehen, helfe in so einer Situation ungemein.

Für den ASB sei es eine große Hilfe, dass er sich um die Finanzierung des Wünschewagenprojektes für lange Zeit keine Gedanken mehr machen müsse, betonte Landesgeschäftsführer Matthias Wähner. Auch er hätte von so einem Ergebnis nicht zu träumen gewagt: Schließlich seien ja schon im ersten Jahr bei der Weihnachtsspendenaktion unserer Zeitung 90 000 Euro zusammengekommen. Im Jahr darauf wurde das Ergebnis dann noch einmal deutlich übertroffen, „dass wir das noch mal richtig torpedieren, hätte ich nie gedacht“. Einfach nur Danke zu sagen reiche dafür nicht aus, versicherte er und versprach: „Wir gehen transparent mit den Spenden um und können jederzeit darstellen, was wir damit machen.“

Ab jetzt Botschafterin: Redakteurin Karin Koslik engagiert sich für den Wünschewagen – und tritt damit in ganz schön große Fußstapfen

Von dieser Frau kann man sich gleich in mehrfacher Hinsicht eine sprichwörtliche Scheibe abschneiden: 50 Kilometer hat sie beim „Ostseeweg Rostock“ zurückgelegt, 61 Kilometer beim „Heldenmarsch“ um den Schweriner See und sogar 100 Kilometer am Stück beim „Megamarsch“ in Frankfurt am Main. Cindy Deichmann aus Rostock ist Extrem-Fußläuferin – und seit Juni vergangenen Jahres Botschafterin des ASB-Wünschewagens. Als meine Kollegin sie im Rahmen unserer Weihnachtsspendenaktion porträtierte, dachte ich nur: „Hut ab vor so viel Energie und Engagement.“

Und nun soll ich selbst Botschafterin des Wünschewagens sein und in diese – zugegeben ganz schön großen – Fußstapfen treten?

Ich habe es mir nicht leicht gemacht zuzusagen. Arbeitstage, bei denen man morgens oft nicht weiß, wann sie abends enden. Eine Familie, in der immer irgendwer die Hilfe von Mama, Oma oder Tochter braucht. Und auch sonst ein Kalender, in dem sich kaum weiße Flecken finden. Ja, das alles spricht theoretisch dagegen.

Aber praktisch haben unzählige andere ein ebenso ausgefülltes Leben – und engagieren sich trotzdem. Heike Stuth zum Beispiel, Palliativschwester im Greifswalder Hospiz, Mutter von vier Kindern – und dennoch als Ehrenamtlerin mit dem Wünschewagen unterwegs, wann immer es geht. Oder Frank Pech aus Rerik, der zwar inzwischen Rentner ist, aber im vergangenen Jahr so oft am Steuer des umgebauten Rettungsfahrzeugs gesessen hat, dass das glatt als Job durchgehen könnte. Susi Jerke, die trotz aufreibender Arbeit in der Altenpflege auch in der Freizeit liebend gern für alte Menschen da ist – als Ehrenamtlerin im Wünschewagen. Oder Rolf Radowitz aus Kühlungsborn, der zehn Jahre lang seine krebskranke Frau umsorgt und sie bis zu ihrem Tod im letzten Frühjahr gepflegt hat – und der sich schon wenige Monate später für den Einsatz im Wünschewagen ausbilden lassen hat. Carolin Anders aus Rostock, die sich nach mehreren Jahren Arbeit auf einer Intensivstation noch einmal für ein Studium eingeschrieben hat und die momentan als junge Mutter ihr Referendariat als Berufsschullehrerin absolviert – trotzdem findet sie die Zeit, anderen Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen.

Sie alle habe ich in den zurückliegenden Monaten kennengelernt, gemeinsam haben wir halbe oder auch ganze Tage im Wünschewagen zugebracht. Und bei jeder Fahrt – nicht nur, wenn ich den „Neulingen“ gezeigt habe, wie der Sternenhimmel im Wagen an- und die Klimaanlage ausgeschaltet wird – kam mir der Gedanke: „Eigentlich gehörst du doch auch schon dazu.“

Acht Fahrten habe ich inzwischen begleitet, über drei weitere im Nachgang mit den Hinterbliebenen gesprochen: Doch, da gehöre ich schon dazu! Und wie alle anderen im Team bin ich davon überzeugt, dass das, was da auf jeder Fahrt aufs Neue passiert, eine tolle Sache ist – eine, die man uneingeschränkt weiterempfehlen, für die man die Werbetrommeln rühren kann. Und das will ich von jetzt an gerne noch mehr tun – als Botschafterin des Wünschewagens.

Großes Dankeschön

Dank unserer Leser war unsere Weihnachtsspendenaktion ein voller Erfolg:

Für den Wünschewagen in Mecklenburg-Vorpommern wurden 185 405 Euro gespendet – so viel wie noch nie! Auch in der Prignitz gab es ein tolles Ergebnis: 22 606 Euro gingen auf dem dortigen Spendenkonto ein. Macht zusammen sensationelle 208 011 Euro! Dafür ein großes Dankeschön an alle Unterstützer. Zu den Spendern zählen unter anderem:

Bornhöft Alten- und Pflegeheim Betriebs-GmbH (Rehna), Christina Wojatzky (Hagenow), Grabmal-Naturstein Thomas Borgwardt GmbH (Güstrow), Bärbel Wendorf (Güstrow), Kerstin und Henry Schlüter (Kloster Tempzin), Janett Behrend (Lübtheen), Siegrun und Rolf Schippmann (Laage), Kerstin und Bernd Horstmann (Herren Steinfeld), Heike Kullak (Zarrentin), Marita Kahle, Holger Skusa (Barkhagen), Familie Krause (Liessow), Giovanna Hagenstein (Schwerin), Manfred Glockner, Eleonore und Karsten Schulz (Wittenförden), Dorle und Bodo Rabe, Dr. Hartmut Jonas (Consrade), Andrea Christianson (Bremerhaven), TB Sensor GmbH (Rostock), Gemeinschaftspraxis Dres. Sylvia Schnitzer und Birte Wacker-Köpp (Grevesmühlen), Claudia und Stephan Müller-Schönnenbeck (Greven), Kerstin und Hermann Marxkord (Zarrentin), Angelika und Reinhard Hoffmann (Zarrentin), Christel und Volker Schulz, Katrin Böttcher (Rehna), Waltraut und Friedmar Fischer, Joachim Geiersberg (Moor), Ralf und Andrea Buchwald (Rostock), Manuel und Brigitta Schmidt (Lindenberg), Steffen Luft (Weisen), Nicole Dierker-Refke (Schwerin), F. und D. Braksiek.

>> Hier finden Sie weitere Informationen zum Wünschewagen

Wünschewagen: So können Sie helfen

Werden auch Sie ein Wunscherfüller:

ASB-Landesverband MV e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

ASB-LV Brandenburg e.V.
IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

Wunschanmeldungen:
www.wuenschewagen-mv.de
www.asb-lv-bbg.de/wuenschewagen

Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung als Spender genannt werden möchten.

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