Personalnotstand in Krankenhäuser : Jeder achte Arzt hat keinen deutschen Pass

Avatar_prignitzer von 25. Februar 2021, 20:11 Uhr

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Der Ärztemangel in MV wird zunehmend zu einem Problem.
Der Ärztemangel in MV wird zunehmend zu einem Problem.

Mehr als 1000 ausländische Ärzte stopfen die Löcher im Gesundheitssystem von MV

Schwerin | Sie kommen aus Rumänien, Aserbaidschan, Syrien und sogar aus Mexiko: Immer mehr ausländische Mediziner stopfen die Lücken im Gesundheitssystem Mecklenburg-Vorpommerns. Von den 8066 Ärzten, die landesweit in Kliniken oder ambulanten Praxen für Patienten da sind, haben 1024 Ärzte keinen deutschen Pass, teilte die Landesärztekammer auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Damit kommt inzwischen jeder achte Arzt in Mecklenburg-Vorpommerns aus dem Ausland. 943 von ihnen arbeiten in Krankenhäusern, der Rest als niedergelassene Ärzte in ambulanten Praxen. "Ohne ausländische Kollegen läuft gar nichts mehr" „Ohne diese ausländischen Kollegen läuft in unserem Gesundheitssystem gar nichts mehr“, sagt der Präsident der Ärztekammer, Prof. Dr. med. Andreas Crusius, unserer Redaktion. Die meisten ausländischen Ärzte kommen aus Syrien, dem Irak und Aserbaidschan. Die Zahl der Bewerber ist noch weit höher. Hauptproblem ist allerdings die deutsche Sprache. „Sehr gute Deutschkenntnisse sind Grundbedingung“, so Prof. Crusius. Etwa 40 Prozent der Bewerber fallen bei den für die Zulassung obligatorischen Sprachprüfungen durch. Diese Prüfungen dürfen mehrfach wiederholt werden. Eine weitere Hürde ist die Anerkennung der Gleichwertigkeit medizinischer Abschlüsse. Diese Prüfungen haben im vergangenen Jahr laut Ärztekammer nur 56 Prozent der Bewerber bestanden. Seit April 2012 kann jeder Arzt die deutsche Approbation beantragen – unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit und auch unabhängig davon, wo er seinen Abschluss erworben hat. Entscheidend ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes. Wer ein Examen aus EU-Staaten hat, kann in der Regel mit einer automatischen Anerkennung rechnen. Abschlüsse aus anderen Staaten werden nur dann anerkannt, wenn die Gleichwertigkeit festgestellt wurde. Außerdem müssen ausreichende Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Mehr Studienplätze für Medizin gefordert Prof. Crusius erwähnt auch einen negativen Aspekt: „Es stimmt bedenklich, wenn ein hoch entwickelter Staat wie Deutschland den Entwicklungsländern dort ausgebildete und dort gebrauchte Mediziner wegnimmt.“ Seine Kammer habe mehrfach gefordert, die Zahl der Studienplätze für Medizin an den Universitäten des Landes zu erhöhen, um das Problem endlich in den Griff zu bekommen. In Deutschland haben von den 402 000 berufstätigen Ärzten etwa 58 200 keinen deutschen Pass. Die meisten der Mediziner kommen aus Rumänien. ...

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