Gottesdienstbesucher müssen zum Test : Priester in Mecklenburg-Vorpommern mit Corona infiziert

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Ein katholischer Priester aus Vorpommern ist positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Zu Pfingsten hat er noch Gottesdienste gefeiert. Nun suchen gleich drei Landkreise nach weiteren möglichen Infizierten.

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05. Juni 2020, 13:10 Uhr

Ein katholischer Priester in Vorpommern ist zwei Tage nach seinen Pfingstgottesdiensten mit mehr als 100 Gläubigen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. An den Gottesdiensten am Sonntag in Demmin und Grimmen haben jeweils rund 30 Menschen teilgenommen, wie das Erzbistum Berlin am Freitag mitteilte, zu dem die Katholische Kirche in Vorpommern gehört.

Der Gottesdienst am Samstag in Stralsund habe etwa 50 Besucher gehabt. Neben dem Priester sei auch ein ehrenamtlicher Kirchenmitarbeiter aus Stralsund infiziert, der bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes geholfen habe.

Warten auf 130 Testergebnisse

Die Gesundheitsämter der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald ermitteln derzeit Kontaktpersonen, etwa über Listen, in die sich Gottesdienstbesucher eintragen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mit. Für mehrere enge Kontaktpersonen des Priesters seien bereits Quarantäne-Maßnahmen verhängt worden. Das Lagus wartet auf die Labor-Ergebnisse von etwa 130 Abstrichen. Sie sollten am Freitagabend oder am Samstag vorliegen.

Die betroffene Pfarrei St. Bernhard mit rund 6500 Gläubigen hat laut ihrer Internetseite bis zum 12. Juni alle Gottesdienste in Stralsund, Demmin und auf Rügen abgesagt. Sie bittet Teilnehmer der Pfingstgottesdienste, sich bei den zuständigen Gesundheitsämtern zu melden. Dem Lagus zufolge ist das nur bei denjenigen nötig, die sich nicht in die Listen eingetragen haben.

Pfingstmontag in Stralsund erkrankter Priester nicht anwesend

Bei einem großen Gottesdienst mit 250 Teilnehmern am Pfingstmontag in Stralsund ist der erkrankte Priester nicht mehr dabei gewesen, wie ein Sprecher des Erzbistums Berlin versicherte. Die Katholische Kirche war zur Verabschiedung eines Pfarrers aus Platzgründen in die evangelische Marienkirche ausgewichen. Ob der ebenfalls erkrankte Ministrant bei dem Gottesdienst dabei war, ist nicht sicher bekannt.

Im Landkreis Vorpommern-Rügen wurden nach Angaben eines Landkreissprechers am Freitag 24 Menschen in Grimmen und 52 in Stralsund zu Tests auf das Virus aufgerufen. Bislang wurden demnach 12 Personen vorsorglich in häusliche Isolation geschickt. Zuvor hatte es den jüngsten Corona-Fall im Landkreis Vorpommern-Rügen am 30. April gegeben.

Dass gleich drei Landkreise betroffen sind, liegt daran, dass Demmin historisch zu Vorpommern gehört, verwaltungsmäßig aber jetzt Teil des Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist. Kontaktpersonen wurden laut Lagus auch im angrenzenden Landkreis Vorpommern-Greifswald festgestellt.

200 Infizierte nach Gottesdienst in Frankfurt am Main

In Frankfurt am Main hatten sich am 10. Mai nach einem Gottesdienst in einer Baptisten-Freikirche rund 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde infiziert. Zunächst erklärte die Gemeinde, es seien alle Auflagen eingehalten worden. In einem später veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch Nase-Mund-Masken wurden offenbar nicht getragen.

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