Qualitätskontrolle in der Gastronomie : Backhaus lehnt Alleingänge bei Hygieneampel ab

Mit der Kennzeichnung der Hygienequalität in der Gastronomie tut sich Deutschland schwer. Während Restaurantbesucher in Dänemark an den Mundwinkeln eines Smileys erkennen können, wie es in der Küche aussieht, bleiben solche Informationen hierzulande verborgen.

prignitzer.de von
15. März 2019, 17:12 Uhr

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns will den Verbraucherschutz bei Gaststättenbesuchen verbessern, lehnt einen Alleingang bei der Einführung einer Hygieneampel aber weiter ab .„Wenn es nach mir ginge, hätte Deutschland seit zehn Jahren eine Hygiene- und auch eine Nährstoffampel“, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Freitag im Landtag in Schwerin. Doch sehe er dabei den Bund in der Pflicht, leicht verständliche Orientierungshilfen festzulegen, wie sie in Dänemark oder in Großbritannien seit langem existierten. „Ich halte nichts von Kleinstaaterei. Wir brauchen Maßstäbe, die in ganz Deutschland gelten“, sagte Backhaus.

Politik handelt gegen Interessen der Verbraucher

Die Linke hatte die Debatte zur Einhaltung der Hygienestandards in Gaststätten, an Imbissständen oder in Lebensmittelläden und die öffentliche Darstellung der Kontrollergebnisse als Thema in den Landtag eingebracht. In ihrem Antrag forderte sie eine Hygieneampel für Mecklenburg-Vorpommern, fand dafür aber keine Mehrheit im Parlament. „Die Verbraucher haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es hinter den Kulissen in den Lebensmittelbetrieben aussieht“, betonte Jacqueline Bernhardt von der Linksfraktion. Seit fast einem Jahrzehnt werde über die Einführung einer Hygieneampel diskutiert. „Mit diesem Rumgeeier muss endlich Schluss sein“, forderte sie. SPD und CDU warf sie vor, mit ihrem Zögern gegen die Interessen der Verbraucher zu handeln und „schwarze Schafe“ zu schützen.

Hygienequalität in der Gastronomie transparenter gestalten

Nach den Worten Bernhardts hatten sich die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern schon bei ihrem Treffen im Mai 2011 auf die Einführung eines einheitlichen Labels verständigt. Doch seit Jahren schöben beide Seiten den Ball hin und her, ohne dass es ein greifbares Ergebnis gebe. Damit werde auch die Chance vergeben, mit Hilfe größerer Transparenz die Einhaltung der Hygienebestimmungen zu verbessern, wie es in Dänemark seit Einführung des Smiley-System 2001 zu verzeichnen gewesen sei.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden einem 2017 veröffentlichten Bericht zufolge in 89 Prozent der untersuchten Gaststätten, Imbisse und Cafés die hygienischen Zustände als gut oder sehr gut beurteilt. In den restlichen mehr als 700 Unternehmen waren sie demnach aber nur befriedigend oder mangelhaft.

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