Mecklenburg-Vorpommern : Straftaten vertuscht? Erneut Ermittlungen gegen Polizisten

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Männer und eine Frau wegen des Verdachts der Strafvereitelung.

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13. August 2019, 16:21 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern stehen erneut Polizisten im Zentrum strafrechtlicher Ermittlungen. Drei leitende Polizeibeamte sollen Straftaten vertuscht haben. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock am Dienstag bestätigte, ermittelt die Rostocker Behörde seit Monaten wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt. Zuvor hatte der in Neubrandenburg erscheinende „Nordkurier“ darüber berichtet.

Nach Informationen des Blattes richten sich die Ermittlungen gegen zwei Männer und eine Frau. Die Staatsanwaltschaft geht nach den Worten des Sprechers davon aus, dass die Nachforschungen in Kürze abgeschlossen werden und dann über eine mögliche Anklage entschieden wird.

Polizei nicht das erste Mal in der Kritik

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) teilte am Abend mit, dass in seinem Hause die Vorwürfe und erste Ermittlungen seit dem Jahr 2017 bekannt waren. Es handele sich um mögliche Verfehlungen Einzelner, von einem Polizeiskandal könne nicht die Rede sein. „Ich gehe davon aus, dass bald ein Ermittlungsergebnis vorliegt, auf dessen Grundlage sich gegebenenfalls weitere disziplinarrechtliche Maßnahmen anschließen“, machte Caffier deutlich.

Ausgangspunkt sei eine Anzeigenaufnahme im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zweier Polizeibeamter in deren Wohnung gewesen, hieß es. Nach NDR-Informationen soll ein Polizist gewalttätig gegenüber seiner früheren Lebensgefährtin geworden sein.

„Innerdienstlicher Konflikt“ konnte durch Gespräche nicht gelöst werden

Laut Innenministerium gab es dann zwischen einem Mitarbeiter und seinem Vorgesetzten unterschiedliche Auffassungen, wie der Vorgang polizeilich weiter zu bearbeiten sei. Der daraus resultierende „innerdienstliche Konflikt“ habe durch Gespräche nicht gelöst werden können. Gegen den unterstellten Beamten seien dienstrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden, im Gegenzug habe dieser dann Strafanzeige gegen seinen Vorgesetzten gestellt.

In der jüngeren Vergangenheit hatten Polizeibeamte im Nordosten mehrfach für Negativschlagzeilen gesorgt. So deckte der Datenschutzbeauftragte des Landes auf, dass zwei Beamte dienstlich erlangte Kontaktdaten nutzten, um Verbindung zu Schülerinnen aufzunehmen. Ein weiterer Beamter soll versucht haben, ein Strafverfahren gegen seinen Sohn zu verhindern. Bei der Staatsanwaltschaft Schwerin laufen zudem Ermittlungen gegen ehemalige SEK-Beamte, die im Verdacht stehen, Munition beiseitegeschafft zu haben, die über einen Mittelsmann an die sogenannte „Prepper“-Szene weitergereicht worden sein soll.

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