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Verband kritisiert Land : Angler wütend: Fanggebiete werden kleiner

vom
Aus der Onlineredaktion

Ärger im Angelparadies: Mecklenburg-Vorpommerns Angler gehen die Fanggründe verloren.

Mit der Ausweisung von Schutzregionen würden die Fischfänger immer häufiger von angestammten Angelgebieten ausgegrenzt, kritisierte Karl-Heinz Brillowski, Präsident des Landesanglerverbandes MV im Vorfeld der diesjährigen Landesdelegiertenkonferenz am Samstag in Linstow nahe Güstrow. So hatte der Verband beispielsweise im Bereich des Müritz-Nationalparks bislang zwölf Gewässer gepachtet. Mittlerweile hätten die Angler acht verloren. Die Pachtverträge seien u. a. vom Nationalparkamt ohne Begründung nicht mehr verlängert worden, kritisierte Brillowski.

Auch das in der Ostsee geplante Angelverbot in Meeresschutzgebieten in der Kadetrinne und im Adlergrund in der Pommerschen Bucht sei nicht vom Tisch. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das Angeln verboten werden solle, aber der gesamte Schiffsverkehr oder der Aufbau von Offshore-Anlagen und die Gewinnung von Rohstoffen fortgesetzt würden. „Alles bleibt erlaubt, nur das Angeln nicht“, lehnte Brillowski die Pläne ab.

Die Angler warfen dem Land mangelnde Unterstützung vor: Zum Angler-Spitzentreffen vor einem Jahr hatte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) noch differenzierte Regelungen angekündigt, die in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Nutzerinteressen und Naturschutz stehen sollen. Auf Entscheidungen warteten die Angler noch immer, meinte Brillowski: „Still ruht der See.“ Die immer stärkere Nutzungseinschränkungen stünden im Gegensatz zu dem von SPD und CDU im Koalitionsvertrag vereinbarten Grundsätzen, erklärte der Verbandspräsident. Dort hätten die Koalitionäre einen kooperativen Naturschutz festgeschrieben, der dem Freiwilligkeitsprinzip und dem Vertragsnaturschutz Vorrang einräumt und damit die Nutzung in Schutzgebieten zulasse. „Das Bekenntnis ist da, nur gehandelt wird anders“, kritisierte Brillowski. Werde weiter so verfahren, liefen auch die Berufsfischer Gefahr, immer neue Fanggründe zu verlieren. „Da bleibt vom Angelparadies MV bald nicht mehr viel übrig“, so Brillowski. „Wir brauchen Kompromisse, die eine Nutzung in Schutzgebieten ermöglichen.“

MV zieht mit seinen 2300 Seen viele Angelfreunde an. Im Land lebten etwa 100 000 Angler, etwa 44 000 seien im Landesanglerverband mit seinen 28 Regionalverbänden und 510 Vereinen organisiert – einer der größten Naturschutzverbände im Land. 

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erstellt am 15.Jun.2017 | 21:00 Uhr

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