Ludwigslust-Parchim : Christiansen tritt nicht mehr zur Landratswahl an

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Landrat Rolf Christiansen (SPD)

Bürgermeister von Grabow soll Nachfolger werden

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03. Januar 2018, 11:04 Uhr

Nach nur einer Amtszeit im Großkreis tritt Mecklenburg-Vorpommerns dienstältester Landrat Rolf Christiansen (SPD) im Mai nicht mehr zur Wahl als neuer Landrat an. Der 60-Jährige steht seit 2011 der Verwaltung des damals geschaffenen Großkreises Ludwigslust-Parchim vor. Zuvor leitete er seit 1994 die Verwaltung des Kreises Ludwigslust. Christiansen verkündete seine Entscheidung zur Stunde. Die Mitarbeiter im Landratsamt zeigten sich völlig überrascht. Als Grund für seinen Rückzug nennt der auf der Nordsee-Insel Föhr geborene Politiker gesundheitliche Gründe. Nach einem Unfall auf seinem Privatgrundstück war Christiansen immer wieder für längere Zeit krank. Anlässlich seines 60. Geburtstages im April 2017 hatte er noch vor Gästen gesagt: „Ich fühle mich jung und gut.“

Christiansen hinterlässt neben Erfolgen wie der Sicherung von millionenschweren Fördermitteln für den Breitbandausbau auch eine Fülle ungelöster Probleme im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Seit vier Jahren ist die Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters aus baulichen Gründen nicht mehr bespielbar. Die Nachfolgelösung in der ehemaligen Elde-Mühle verzögert sich immer wieder.

Die Stilllegung der Südbahn zwischen Parchim und Plau sorgt bis heute für Kritik. Während es dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelang, die Bahn weiter zwischen Malchow und Waren fahren zu lassen, kapitulierte Christiansen.

Im Streit um die Zukunft der Feuerwehrzentralen droht der Kreisfeuerwehrverband zerrissen zu werden. Schon bei der erzwungenen Fusion des Ludwigsluster und Parchimer Verbands gab es viel Kritik aus Feuerwehrkreisen.

Die finanzielle Ausstattung des ÖPNV fordert den Landkreis immer mehr. Im Jahr 2018 ist eine Zuweisung an den kreiseigenen Busbetrieb in Höhe von 3,45 Millionen Euro vorgesehen. Im Haushaltsplan 2017 fanden sich nach der ursprünglichen Wirtschaftsplanung 1,45 Millionen Euro.

Als Nachfolger und Kandidat für die Landratswahl am 27. Mai wollen Christiansen und  der SPD-Kreisvorsitzende Pascal Winkler dem SPD-Kreisvorstand heute Stefan Sternberg vorschlagen. Der 33-jährige Bürgermeister von Grabow ist Vorsitzender des Kreistags-Bildungsausschusses und hat die Lösungen für die Zukunft des Jungen Staatstheaters Parchim in der Kulturmühle energisch vorangetrieben. Auch die millionenschwere Digitalisierung der Schulen hat Sternberg zum Thema gemacht.

Erst seit 2011 ist Sternberg SPD-Mitglied, aber seit 2015 sogar Mitglied des SPD-Landesvorstandes als Vertreter der kommunalen Ebene. Sternberg ist stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Ludwigslust-Parchim Ein raketenhafter Partei-Aufstieg, den bislang in vergleichbarer Weise nur Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in der SPD schaffte. Der Kreisvorstand der SPD in Ludwigslust-Parchim tagt heute um 17 Uhr in Wittenburg.

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