Neustrelitz : Frau zieht 19 Hundewelpen ohne Muttertier auf - Tierfreunde gesucht

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Eine Hündin hat an der Mecklenburgischen Seenplatte 19 Welpen auf einmal geworfen - es aber nicht überlebt. Die Halterin brachte alle Jungtiere bisher acht Wochen gut durch. Nun werden Hundeliebhaber gesucht.

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30. September 2019, 18:19 Uhr

Hündin „Freya“ bringt unglaubliche 19 Welpen zur Welt und stirbt dabei. Das war am 5. August. Seitdem hat Cathleen Lenz (30) aus Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) mit Helfern das Überleben aller Welpen gesichert.

 „Wir suchen aber noch Hundefreunde, die weitere Welpen übernehmen - möglichst bis zum ersten Frost“, sagte Nadine Makollus vom Tierschutzverein „Bodeguero in Not“ am Montag in Userin. Makollus vermittelt seit Jahren Hunde an Interessenten und hilft Lenz, die die Junghunde - es sind Mischlinge - wegen des Auslaufs auf einen Hof von Verwandten in dem Dorf bei Neustrelitz gebracht hat.

16 Jungtiere spielen mit Hundevater Bruno

Es war der zweite große Wurf dieser Art in der Region: 2010 hatte eine Irish Setter-Hündin in Neverin auf einen Schlag 18 lebende Junge zur Welt gebracht. Ein weiteres Jungtier sei damals tot geboren worden, sagte Makollus.

In Userin spielen jetzt noch 16 Jungtiere mit Hundevater Bruno - einem Münsterländer - auf dem Hof. Drei Welpen haben schon Herrchen oder Frauchen, sieben weitere sind reserviert, für neun werden noch Besitzer gesucht.

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Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dp
 

Hündin Freya - eine Mischung aus Boxer, Bullmastiff und Cane Corso - gehörte eigentlich dem Lebensgefährten von Lenz. Das Tier lebte mit in der Drei-Zimmer-Wohnung in Neustrelitz. „Aber wir waren im Juni zu Besuch in Userin und haben da wohl nicht genug aufgepasst“, räumte die junge Frau ein. Die erste Trächtigkeit von Freya sei kaum aufgefallen, ein Tierarzt hatte mit neun Welpen gerechnet.

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Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dp
 

Nachdem das erste Jungtier in der Wohnung geworfen worden war, stockte die Geburt. Nach schnellem „Umzug“ zum Veterinär erblickten 18 Welpen dort das Licht der Welt. „Nur die Hündin, die erst zwei Jahre alt war, konnte man nicht mehr retten“, sagte Lenz.

Inzwischen wiegen sie etwa acht Kilogramm

Experten schätzen, dass in der Regel bis zu zwölf Welpen bei Hunden üblich und die ersten drei bis vier Wochen entscheidend für deren Überlebenschancen sind. Lenz, die gerade in einer dreijährigen Elternzeit ist, wechselte sich in den ersten Tagen mit Helfern beim Flaschegeben der Welpen ab. Dabei mussten, damit die Verdauung der Jungtiere klappt, auch die Leiber massiert werden, was sonst einer Hündin obliegt.

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Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dp
 

Inzwischen sind die Welpen von 500 Gramm auf etwa acht Kilogramm  aufgepäppelt. Sie haben eine Rotlicht-Wärmelampe über dem riesigen  Hundekörbchen im Stall, Stroh und kriegen viermal am Tag Futter: Nicht mehr aus Flaschen, sondern Trockenfutter und Fleisch aus Dosen - 24 Dosen am Tag. Weil das, wie die Tierarztuntersuchungen, ins Geld geht - sollen die meist hellen Welpen nur gegen eine dreistellige Schutzgebühr abgegeben werden. „Jemand, der so einen Hund wirklich haben möchte, guckt nicht auf's Geld“, lautet die Erfahrung der Tierschützerin.

Hundevater mit der Erziehung beschäftigt

Hund Bruno ist derzeit stark mit der Erziehung der Welpen beschäftigt. „Wenn die Kleinen übertreiben, muss ihnen ein erwachsenes Tier Grenzen setzen“, meinte Makollus. Dann stupst Bruno die Welpen dahin, wo er sie haben möchte. Und wie merkt man, welche Hunde schon reserviert sind und welche nicht? - „Die einen haben Halsbänder, die anderen nicht“, sagte Lenz. Einen Jung-Rüden will sie behalten.

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Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dp
 
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