Kommunal- und Europawahl : MV hat gewählt: Die aktuellen Ergebnisse

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Der Wahlmarathon in MV ist zu Ende. Wir geben einen Überblick über die Stimmauszählungen im Land

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26. Mai 2019, 23:59 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt: Neben den Abgeordneten des Europaparlaments wurden am Sonntag auch die Mitglieder der Kreistage, der Stadt- und Gemeindevertretungen sowie viele Bürgermeister neu gewählt. 1,37 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen in einem der insgesamt 1.727 Wahllokalen ihre Stimme abzugeben.

Weiterlesen: Europawahl: So reagieren Politiker aus MV

>> Alle aktuellen Informationen zur Europawahl finden Sie unter www.svz.de/europawahl

 

Die wichtigsten Wahlergebnisse im Überblick:

SPD und CDU verlieren deutlich in der Wählergunst

Die Regierungspartner SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern haben bei den Europawahlen - wie auch die Bundesparteien - kräftig Federn gelassen. Zwar wurde die Nordost-CDU am Sonntag erneut stärkste Kraft. Doch verlor sie im Vergleich zur Wahl 2014 etwa ein Drittel ihrer Wählerschaft. Die europakritische AfD legte hingegen massiv zu, rückte nah heran an die Union und kam vor SPD und Linke auf Platz zwei. Bei den Wahlen zu Kreistagen, Städte- und Gemeinderäten belegten Linke, SPD, AfD und Grüne die Ränge hinter der CDU. Die Wahlbeteiligung lag mit etwa 57,6 sowie 58,5 Prozent deutlich über der von 2014. Damals hatte im Land erheblich weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Am Montag wollen führende Vertreter der Landesparteien in Schwerin Stellung zum Ausgang der Wahlen nehmen.

Dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis zufolge kamen die Christdemokraten im Nordosten auf 24,5 Prozent der Stimmen und fielen damit erstmals bei einer Europawahl unter 30 Prozent. 2014 hatte die CDU noch 34,6 Prozent erreicht. „Auch wenn die Union sehr klar Erster geworden ist: Ein Ergebnis zum Jubeln ist es nicht und es tröstet auch nicht, dass das Ergebnis für die SPD noch viel schlechter ist“, sagte CDU-Landeschef Vincent Kokert.

Die große Koalition in Berlin arbeite nicht schlecht, deren Außendarstellung aber sei teilweise blamabel. Er erwarte am Montag im Bundesvorstand „eine schonungslose Aufarbeitung des Wahlabends“, betonte Kokert. Ob der langjährige EU-Abgeordnete der CDU, Werner Kuhn aus Zingst, erneut den Sprung in das Parlament in Straßburg geschafft hat, blieb zunächst unklar.

AfD sehr stark

Die AfD konnte ihr Ergebnis gegenüber 2014 mehr als verdoppeln. Sie kam auf 17,7 Prozent nach 7 Prozent bei der vorigen Wahl. Bundesweit konnte die Partei mit etwa 11 Prozent rechnen, hatte sich aber mehr versprochen. AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm sprach von einem „ordentlichen EU-Wahlergebnis“ und beklagte einen unfairen Wahlkampf.

In Brandenburg und Sachsen war die AfD bei den Europawahlen stärkste Kraft geworden.

Volksparteien haben Vertrauen der Wähler verloren

Die SPD verlor nicht nur im Bund, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern weiter an Zustimmung. Sie kam im Nordosten nach Auszählung aller 1949 Wahlbezirke auf 15,6 Prozent. 2014 hatten die Sozialdemokraten im Land noch 21,2 Prozent erreicht.

SPD-Landeschefin Manuela Schwesig bezeichnete das Ergebnis als „sehr bitter“. Die Landes-SPD wird keinen Vertreter mehr in das Europa-Parlament entsenden können. Für Iris Hoffmann, die auf Listenplatz 19 geführt wurde, reichte es nicht.

Beide große Volksparteien, CDU und SPD, hätten viel Vertrauen verloren, sagte Schwesig. „Und das muss der großen Koalition in Berlin zu denken geben.“ Die SPD müsse genau überlegen, welche Konsequenzen sie ziehe, sagte sie, warnte aber vor Schnellschüssen.„Denn das haben wir oft genug getan und es hat nicht viel gebracht.“ Auch die Linke musste deutliche Verluste hinnehmen. Sie erreichte im Nordosten 13,9 Prozent. Fünf Jahre zuvor hatte sie noch 19,6 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen können. „Wir haben es einfach nicht geschafft, unsere Ziele für den sozio-ökologischen Umbau der Gesellschaft so zu vermitteln, dass wir damit die Menschen erreichen“, stellte Linken-Landeschef Torsten Koplin fest.

Grünen sind die großen Gewinner

Zu den großen Gewinnern zählen die Grünen, die in Mecklenburg-Vorpommern ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2014 auf 10,8 Prozent verdoppeln konnten. „Der Zuwachs ist für unser Land sehr gut und macht uns stolz. Denn als Grüne haben wir es hier etwas schwerer als anderswo“, sagte Landesparteichefin Claudia Schulz. In Rostock wurden die Grünen gar stärkste Partei bei der Europawahl.

Die Bundespartei legte auf etwa 21 Prozent zu und wurde erstmals bei einer bundesweit abgehaltenen Wahl zweitstärkste Kraft. Dieses Ergebnis führt dazu, dass die Grünen laut Schulz mit Niklas Nienaß erstmals auch einen Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern nach Straßburg schicken können. Der Rostocker Student hatte auf Listenplatz 18 kandidiert, die Grünen können mit mehr als 20 Mandaten rechnen.

Die FDP konnte im Nordosten ihr Ergebnis von 2014 fast verdoppeln und kam auf 3,9 Prozent.

Höhere Wahlbeteiligung als 2014

Die Wahlbeteiligung lag mit 58,5 Prozent deutlich über der von 2014. Damals hatten im Land 46,8 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht.

Wie hier in Warnemünde standen auch an anderen Orten die Leute Schlange, um ihre Stimme abzugeben.
Bernd Wüstneck/dpa

Wie hier in Warnemünde standen auch an anderen Orten die Leute Schlange, um ihre Stimme abzugeben.

Nach den Hochrechnungen verteilen sich die 96 deutschen Sitze im EU-Parlament so: CDU/CSU 28 Mandate, SPD 16, Grüne 21, AfD 11, Linke 5, FDP 5, auf andere Parteien entfallen demnach 10, darunter jeweils 2 für die Freien Wähler, die Tierschutzpartei und die Satire-Partei Die Partei. Bei der Europawahl gilt in Deutschland keine Fünf-Prozent-Hürde.

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