Unterkünfte : Leerstand in Heimen für Flüchtlinge

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MV behält Kapazitäten von 1800 Plätzen als Reserve

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12. Januar 2018, 21:00 Uhr

Zwei Jahre nach dem großen Flüchtlingsandrang sind in den beiden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes und in den 35 Sammelunterkünften der Kommunen tausende Plätze nicht belegt. Dabei wurden die Kapazitäten inzwischen deutlich reduziert.

Nach Angaben des Innenministeriums stehen in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften derzeit insgesamt 6700 Plätze für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung – im Oktober 2017 waren davon aber gerade einmal 3450 Plätze belegt. 2500 der Bewohner befanden sich noch im Asylverfahren und 950 lebten bereits mit einem Schutzstatus freiwillig in der Gemeinschaftsunterkunft.

Auch bei der Ankunft neuer Asylbewerber hat sich die Lage deutlich entspannt. Von den 400 Plätzen in der Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf-Horst sind aktuell 260 belegt. In der Außenstelle in Schwerin mit 1100 Plätzen leben 600 Asylsuchende.

„Von einer Auslastung der Unterkünfte ist aber grundsätzlich bereits auszugehen, wenn 75 Prozent der Wohnplätze belegt sind“, sagte Ministeriumssprecher Michael Teich. Nur dann könnten auch die besonderen Belange etwa bei der Unterbringung von Familien verschiedener Ethnien angemessen berücksichtigt werden.

Dass in den Unterkünften viele Plätze nicht belegt sind, ist auf den deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen. Im Jahr 2015 stellten 18 850 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag, 2016 später waren es 7270 und im vergangenen Jahr von Januar bis Ende November 3660 Flüchtlinge.

Allerdings bestehen in allen deutschen Bundesländern erhebliche Unsicherheiten, wie sich die Flüchtlingsbewegungen von Afrika und Asien nach Europa weiterentwickeln. „Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass sich die Situation schlagartig verändert und wieder sehr viel mehr Flüchtlinge den Weg nach Deutschland finden“, umreißt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Situation.

Weil die weitere Entwicklung schwer abzuschätzen ist, werden in Mecklenburg-Vorpommern 1500 Plätze als Reserve im ehemaligen Kasernenkomplex Basepohl (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sowie 300 Plätze in Stern-Buchholz vorgehalten. Die Unterkunft in Fünfeichen bei Neubrandenburg wurde dagegen Anfang 2017 an den Bund zurückgegeben. Die Kommunen haben ihre Kapazitäten in den Flüchtlingsheimen in vergangenen Jahr um insgesamt etwa 500 Plätze reduziert.

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