Rostock : Mehr Alte und mehr Veganer

Weniger Blutspenden in MV: Geburtenrückgang und demografischer Wandel wirken sich negativ aus

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04. November 2019, 20:00 Uhr

Die Blutspendeorganisationen in MV bekommen immer weniger Spenden. Hauptgründe seien die alternde Bevölkerung und der Geburtenrückgang zu Beginn der 1990er Jahre, hieß es in einer Umfrage. Ältere Spender könnten oder dürften aus Gesundheitsgründen oft nicht mehr spenden und bei jungen Leuten sei die Bereitschaft oft geringer ausgeprägt. „Uns fehlen wegen des demografischen Wandels 10 000 Blutspenden im Jahr“, erklärte Ulf Alpen von der Universitätsmedizin Greifswald.

Der Leiter der Blutspende der Uni Rostock, Volker Kiefel, verwies auf eine Studie, laut der sich wegen des massiven Geburtenrückgangs im Nordosten in den Neunzigern dieses Defizit bis 2030 fast verdoppeln werde. Schon jetzt sei das Verhältnis zwischen alten und jungen Spendern im Land viel schlechter als im Bundesschnitt. Entsprechend früher bekomme die Blutspende hier Schwierigkeiten.

Nico Feldmann vom DRK-Blutspendedienst MV stimmte zu: „In Zukunft brauchen wir die jungen Spender. Es fehlt die Generation der bis 40-Jährigen.“ Die seien aber nicht mehr über klassische Medien, sondern vor allem im Internet zu erreichen. Darauf stelle er sich ein. Feldmann erklärte, dass im schlimmsten Fall der Mangel an Blutkonserven zu Absagen von geplanten Operationen führen könne. „Das wollen wir aber nicht, das hatten wir noch nicht und ich hoffe, es bleibt auch so.“

Eine Herausforderung sei auch das Reiseverhalten der Menschen, erklärte Alpen. „Wenn man in den Ferien verreist ist, kann man natürlich nicht spenden.“ Insbesondere in den Sommerferien sei der Rückgang deutlich zu bemerken. Schwerwiegender seien aber die urlaubsbedingten Rückstellungen. Wer etwa jetzt im November nach Thailand oder Vietnam reist, ist wegen des Malaria-Risikos in der Region bis Mai 2020 von der Blutspende ausgeschlossen. Aber auch nach einem Mittelmeer-Urlaub im Sommer kann es bei Verdacht auf das West-Nil-Virus eine Sperre geben.

Kiefel bestätigte die Probleme und ergänzte ein weiteres: „Wir haben immer mehr Menschen, die sich vegan ernähren.“ Diese litten häufiger an einem Vitamin B12- oder Eisenmangel, der zu einer Blutarmut führe. Dann könnten sie auch nicht spenden.

Eine frühere Lösung, die Eigenblutspende, habe extrem an Bedeutung verloren, berichtete Alpen von der Uni Greifswald. Dafür setze man laut dem Blutbankchef Kiefel viel mehr auf ein Blutmanagement: Nährstoffmängel würden vor der Operation ausgeglichen und es würden blutsparende OP-Techniken verwandt.

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